
Besonders betroffen sind Frauen und Mädchen in Entwicklungsländern. Aber auch Behinderte, Kranke, Minderheiten und Flüchlinge sind vielfach von Bildung ausgeschlossen. Oft ist es schlicht materielle Armut, die Kinder daran hindert, eine Schule zu besuchen. Dabei ist die Verwirklichung des Menschenrechts auf Bildung entscheidend dafür, dass Armut, Hunger und Elend erfolgreich bekämpft werden können. Denn nur der gesicherte Zugang zu einer umfassenden Grundbildung garantiert, dass Menschen ihre Entwicklungspotenziale nutzen und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Dieser Einsicht folgend haben sich auf dem Weltbildungsforum im April 2000 in Dakar 164 Regierungen auf die so genannten „Bildung für alle“-Ziele verpflichtet:
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Links: Bangladesh (Brendan O'Malley); Mitte: Mexiko (José Gabriel Ruiz Lembo); Rechts: Kambodscha (Nicolas Axelrod)
Wenige Monate später, im September 2000, verabschiedeten die Vereinten Nationen ihre „Millenniumserklärung“ und nahmen zwei der Ziele von Dakar (2 und 5) in die Liste ihrer acht „Millenniumentwicklungsziele“ auf. Erstmalig in der Geschichte hat die internationale Staatengemeinschaft sich damit auf konkrete Ziele zur Überwindung von Armut und Unterentwicklung verpflichtet. Dies wird von der GEW und der Bildungsinternationale, dem weltweiten Dachverband der Bildungsgewerkschaften, einhellig begrüßt. Doch trotz guter Willensbekundungen und internationalen Vereinbarungen werden die Ziele von Dakar und die Millenniumsziele bis zum Jahr 2015 kaum erreicht werden, wenn die internationale Gemeinschaft ihre Bemühungen nicht massiv ausbaut. Die Weltbildungsberichte der UNESCO (Global Monitoring Report)analysieren jährlich den Stand der Entwicklung in den einzelnen Ländern und warnen eindringlich vor den Gefahren des Scheiterns, wenn Industrie- und Entwicklungsländer ihre Anstrengungen nicht deutlich verstärken und mehr Geld für Grundbildung verfügbar machen.
Jährlich sind 16 Milliarden US-Dollar an Entwicklungshilfe für Grundbildung seitens der „Geberländer“ notwendig. Realisiert werden bisher jedoch nur magere 3,1 Milliarden. Auch die Bundesregierung gibt im Konzert der Geberländer kein besonders gutes Bild ab. Der Fair-Share-Anteil, den die Globale Bildungskampagne als angemessene Beteiligung Deutschlands an der Finanzierung der 16 Milliarden US-Dollar errechnet hat, beträgt jährlich etwa 800 Millionen US-Dollar. Tatsächlich jedoch fielen zwischen 1995 und 2005 die Mittel für Bildung in der Entwicklungszusammenarbeit von 399 auf 240 Millionen sowie jene zur Förderung der Grundbildung von 187 auf nur noch 57 Millionen Euro jährlich ab. Dies entspricht gerade einmal 1 Prozent der gesamten öffentlichen deutschen Entwicklungshilfe. Die GEW und die Globale Bildungskampagne fordern die Bundesregierung daher auf, die Gelder für Entwicklungszusammenarbeit deutlich auf 0,7 Prozent des Bruttosozialprodukts zu erhöhen und vorrangig Grundbildung zu fördern.
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Links: Marokko (Abdelhak Senna); Mitte: Pakistan (Akhtar Soomro); Rechts: Vietnam (Justin Mott)
Fotos: Unesco