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Vorbereitung in IsNun werde ich also die nächste Woche zwischen Asien und Europa hin und her pendeln. Genauer gesagt zwischen Kadiköy und Karaköy – dem asiatischen und dem europäischen Stadtteil Istanbuls, die durch die Meerenge des Bosporus voneinander getrennt sind. Am Montag Abend bin ich von Köln kommend in Istanbul gelandet, um vor Ort die letzten Vorbereitungen für die Teilnahme der GEW am sechsten europäischen Sozialforum zu treffen, das vom 1. bis 4. Juli hier stattfinden wird.. Im Kadiköy liegt das Hotel unserer etwa zwanzigköpfigen GEW-Delegation, die in den kommenden Tagen nach Istanbul anreisen wird. Für ein Hotel im asiatischen Kadiköy haben wir uns entschieden, weil sein Preis von 60 Euro pro Person und Nacht ein Drittel günstiger ist als vergleichbare Angebote von Hotels in der Nähe des Taksim-Platzes. Der Taksim-Platz liegt im europäischen Teil Istanbuls. Rund um den Taksim-Platz liegen die Veranstaltungsorte der etwa dreihundert Seminare, Workshops und Versammlungen, die beim europäischen Sozialforum angemeldet sind. Taksim ist der zentrale Platz in Istanbul. Vor zwei Monaten fand hier mit 300.000 Teilnehmern die weltweit größte Demonstration zum 1. Mai statt. Nur wenige Minuten Fußweg vom Taksim-Platz entfernt liegt die Technische Universität Istanbuls (Istanbul Technical University Taskila Campus), die der zentrale Veranstaltungsort des Europäischen Sozialforums 2010 sein wird.
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Links: Die Bosporusbrücke verbindet Europa mit Asien.
Mitte: Rund um den Taksim-Platz finden die Veranstaltungen des Sozialforums statt.
Rechts: Die Technische Universität in Istanbul ist zentraler Veranstaltungsort des ESF.
Dienstag früh bin ich dann erstmalig mit der Fähre von Asien nach Europa gefahren. Vom Hotel in Kadiköy ist man in fünf Minuten zu Fuß am Fährhafen. Die Überfahrt mit der Fähre dauert weniger als zwanzig Minuten und kostet 1,50 türkische Lira (etwa 80 Cent). In dieser kurzen Zeit fährt man an Hafenanlagen und Container-Terminals vorbei. Man hat freien Blick auf die Bosporusbrücke, die die beiden Erdteile Asien und Europa verbindet. Die Fahrt führt am goldenen Horn entlang, passiert die weltbekannte Hagia Sofia und die blaue Moschee und endet schließlich im europäischen Karaköy direkt neben der Galata-Brücke. Von dort sind es noch etwa eine halbe Fußweg zum Taksim-Platz. Mein erster Termin führte mich ins Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung im Stadtteil Besiktas. Deren Leiter, Michael Meier, und der Gewerkschaftskoordinator, Osman Cihan Hüroglu, konnten mir allerdings auch keine aktuelleren Informationen zum ESF geben, als ich bereits hatte. Bisher existiert lediglich eine Excel-Tabelle mit den geplanten Seminaren, ein endgültiges Programm des Europäischen Sozialforums mit Angaben zu Orten und Zeiten der zahlreichen registrierten Veranstaltungen gibt es noch nicht. Ich habe in der Vergangenheit schon mehrfach an Weltsozialforen und Europäischen Sozialforen teilgenommen: Jedes Sozialforum ist anders, aber ein gewisses Chaos in der Vorbereitung gehört wohl dazu und scheint unvermeidlich. Sozialforen sind selbst organisierte und stets unterfinanzierte Veranstaltungen der Zivilgesellschaft, die wesentlich von ehrenamtlichem Engagement und der Unterstützung der beteiligten Organisationen im gastgebenden Land abhängen. Das ESF in Istanbul wird eigene Akzente setzen, aber dafür muss es zunächst einmal sichtbar werden. „In Istanbul ist das ESF kein Thema“, so Michael Meier von der Friedrich-Ebert-Stiftung. „Das gilt übrigens auch für die ‚Europäische Kulturhauptstadt Istanbul’. Das geht hier alles unter. Diese Stadt ist einfach zu groß.“
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Links: Die Fähre von Kadiköy nach Karaköy fährt am Containerhafen vorbei.
Mitta: Die Überfahrt von Asien nach Europa kostet umgerechnet 80 Cent.
Rechts: In Instanbul leben über zwölf Millionen Einwohner.
Am Nachmittag fahre ich mit der Fähre zurück nach Kadiköy, wo ich mich mit Cem, Bilgen und Sezin treffe. Cem Yalzin ist Vorsitzender unserer Partnergewerkschaft Egitim Sen in einem der asiatischen Stadtbezirke Istanbuls, wo er etwa 3.500 Mitglieder vertritt. Er ist mit seiner Frau Bilgen, seinem kleinen Sohn und der Dolmetscherin Sezin zu mir ins Hotel gekommen, um bei der Suche nach Stangen und Helium zu helfen. Die Stangen benötigen wir für die GEW-Fahnen und das GEW-Transparent, das Helium ist für die großen GEW-Luftballons, die bei der ESF-Demonstration am Samstag Abend zum Einsatz kommen sollen. Die Demonstration soll um 18.00 Uhr beginnen und vom Sisli- zum Taksim-Platz führen. Mit Hilfe von Cem und den beiden Frauen finde ich bald eine Schreinerei in der Nähe, die uns Stangen in der gewünschten Länge herstellt. Auch die Lieferung von Helium für unsere Luftballons scheint nach einigen Telefonaten und Preisverhandlungen schließlich gesichert. Dankbar und glücklich über den Erfolg bedanke ich mich bei Cem und den beiden Frauen und hoffe, dass am Samstag bei der Demonstration alles klappen wird.
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Links: Herstellung von Fahnenstangen für die Demonstration am Samstag
Mitte: Cem Yalzin ist Egitim Sen Vorsitzender in einem Istanbuler Stadtteil.
Links: Cem Yalzin mit Ehefrau Bilgen und Sohn sowie dem ehemaligen Egitim Sen Vorsitzenden Alaadin Dinger