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Überblick

Mitbestimmung ist in der GEW ein Querschnittsthema. Auch im Bereich Hochschule und Forschung hat Mitbestimmung viele Facetten.

Die GEW arbeitet eng mit Betriebs- und Personalräten zusammen und vermittelt die Unterstützung durch die Hans-Böckler-Stiftung (HBS). „Innovation durch Partizipation“ war das Thema der zweiten Wissenschaftskonferenz der GEW 2008. Die Ergebnisse sind als Band 115 der Reihe „GEW-Materialien aus Hochschule und Forschung“ dokumentiert.

Es geht der GEW darum, die sozialen und ökonomischen, bildungs- und wissenschaftspolitischen Interessen der Mitglieder wirksam und solidarisch zu unterstützen und zu vertreten. Dies geschieht auf der lokalen Ebene der Hochschul- und Forschungseinrichtungen genauso wie auf regionaler und nationaler Ebene, gegenüber Arbeitgebern, Regierungen und Parlamenten in Bund und Ländern wie gegenüber Gremien der europäischen Gemeinschaft und internationalen Institutionen wie der United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization (UNESCO), der International Labor Organisation (ILO) oder der Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD).

Mit dem vom Gewerkschaftstag beschlossenen „Wissenschaftspolitischen Programm“ und den vom Gewerkschaftstag 1997 gefassten Beschlüssen zu „Innovation und Partizipation“ hat die GEW die Ziele, Inhalte und Formen der gewerkschaftlichen Arbeit in den Hochschulen und Forschungseinrichtungen beschrieben. Diese Positionen in der Mitgliedschaft zu verankern und weiter zu entwickeln, ist genauso wichtig, wie das Werben um Unterstützung im Wissenschaftsbereich, bei den anderen Gewerkschaften und in der politischen Öffentlichkeit.

Voraussetzung für die Umsetzung gewerkschaftlicher Konzepte ist die Auseinandersetzung mit den veränderten ökonomischen und sozialen, ökologischen und kulturellen Rahmenbedingungen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Die Politik der Arbeitgeber, die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern immer mehr zurückzuschneiden (Angriff auf die Tarifhoheit, „Flexibilisierung der Arbeit“, Abbau sozialer Leistungen) muss mit allen gewerkschaftlichen Mitteln abgewehrt werden. Die Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit ist ein Hauptziel auch der gewerkschaftlichen Politik.

Die Verbindung von materieller Interessenvertretung im engeren Sinne (Arbeitsplatzsicherung, Arbeits- und Studienbedingungen, Löhne, Gehälter, Ausbildungsförderung, berufliche Perspektiven, soziale Sicherheit) und wissenschaftspolitischem Engagement (soziale Technikgestaltung, Ethik der Forschung, Verhältnis von Geistes- zu Naturwissenschaften, historische Entwicklung der Wissenschaftsdisziplinen) bestimmt die GEW-Arbeit in den Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

Für die GEW sind Hochschulautonomie und gesellschaftliche Verantwortung von Wissenschaft zwei Seiten einer Medaille. Im gleichen Maße wie die öffentliche Verantwortung für die Hochschulen zu stärken ist, müssen diese ihrer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft mit einer stärkeren Verpflichtung zur Rechenschaftslegung und Berichterstattung sowie erhöhter Transparenz ihrer internen Abläufe gerecht werden. Die GEW erwartet, dass sich die Hochschulen und die Hochschulmitglieder ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stellen, die Voraussetzungen und Folgen wissenschaftlicher Betätigung reflektieren und sich mit gesellschaftlichen Anforderungen an Forschung, Lehre und Studium auseinandersetzen. In diesem Sinne tritt die GEW für eine transparente politische Aufgabenteilung zwischen Staat, Hochschulen und Gesellschaft ein und einer weiteren Privatisierung der Hochschulen entgegen.

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