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Templiner Manifest: Traumjob Wissenschaft![]() | ![]() |
Fotos: GEW Sachsen, Peter Müller
„Gute Lehre und Forschung sowie gute Arbeitsbedingungen und berufliche Perspektiven sind zwei Seiten einer Medaille", heißt es in dem Papier. „Hochschulen und Forschungseinrichtungen wollen exzellent sein, von ihren Beschäftigten erwarten sie exzellente Leistungen in Forschung und Lehre. Aber die Gegenleistung bleibt aus: Die Arbeitgeber bieten den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern weder verlässliche Berufsperspektiven noch faire Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen", stellte Andreas Keller, für Hochschule und Forschung verantwortliches GEW-Vorstandsmitglied fest. Er prangerte an, dass bei wissenschaftlichen Angestellten an Hochschulen auf ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis sieben befristete Verträge kämen. Hochschulen und Forschungseinrichtungen müssen neben befristeten Qualifikationsstellen deutlich mehr Dauerstellen einrichten, damit sie ihre Daueraufgaben in Forschung und Lehre erledigen können – mit der notwendigen Kontinuität und Qualität.
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Fotos: Marco Unger
„Die Karrierewege in der Wissenschaft sind lang und steinig, anerkannte Positionen neben der Professur gibt es nicht. Viele hoch qualifizierte Fachkräfte landen Mitte 40 in einer Sackgasse", sagte Rajah Scheepers, promovierte Nachwuchswissenschaftlerin (Postdoc) an der Universität Erfurt, Erstunterzeichnerin des „Templiner Manifests". „Postdocs brauchen berechenbare berufliche Perspektiven: Wir treten daher für die Einführung des aus den angelsächsischen Ländern bekannten 'Tenure Track' ein. Dabei müssen Frauen die gleichen Aufstiegschancen haben wie Männer", erklärte Scheepers. Ein „Tenure Track" eröffnet dem wissenschaftlichen Nachwuchs die Perspektive für einen dauerhaften Verbleib in Hochschule und Forschung - unabhängig davon, ob eine Berufung auf eine Professur erfolgt oder nicht.
Das „Templiner Manifest" versteht die Promotion nicht als dritte Phase des Studiums nach Bachelor und Master, sondern als die erste Phase eigenständiger wissenschaftlicher Arbeit. „Für Promovierende fordern wir an Stelle von Stipendien ausreichend tarifvertraglich geregelte Stellen mit Sozialversicherungsschutz", erklärte Niklaas Hofmann, Doktorand an der Freien Universität Berlin, Erstunterzeichner des „Templiner Manifests". Er betonte die Verantwortung der Universitäten für die Promotion. „Die Unis müssen verpflichtet werden, alle Promovierenden bei der Aufnahme, Durchführung und dem erfolgreichen Abschluss ihrer Doktorarbeit aktiv zu unterstützen", sagte Hofmann.
Die zehn Eckpunkte des „Templiner Manifests" wird die GEW in den folgenden Wochen bundesweit an Hochschulen und Forschungseinrichtungen zur Diskussion stellen. „Wir möchten möglichst viele Kolleginnen und Kollegen dafür gewinnen, das Manifest zu unterzeichnen. Wir setzen auf Solidarität statt Ellbogenstrategie - um Bund, Länder und Hochschulen zu Reformen zu bewegen", sagte GEW-Vorstandsmitglied Keller.
Information:
Das „Templiner Manifest" ist das Ergebnis der 4. GEW-Wissenschaftskonferenz „Traumjob Wissenschaft?", die vom 1. bis 4. September 2010 in Templin (Brandenburg) mit 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern stattfand.
Weitere Informationen zum „Templiner Manifest" und dem Thema Personalstruktur und Karrierewege in Hochschule und Forschung sind auf der rechts verlinkten Seite zu finden. Hier kann das Manifest auch online unterzeichnet werden.
Dort kann auch die Liste der 108 Erstunterzeichnerinnen und Erstunterzeichner eingesehen werden. Unter ihnen sind fünf Bundestagsabgeordnete aus drei Fraktionen, darunter auch die Vorsitzende des Bundestagausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung.
Bitte bestellen bei:
GEW-Hauptvorstand