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03.02.2010

TVöD: Erste Warnstreiks

Mehr als 20.000 Menschen haben sich heute bundesweit an den ersten Warnstreiks der Tarifrunde für den öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen beteiligt. In Bayern hatten die Gewerkschaften auch Beschäftigte des Sozial- und Erziehungsdienstes sowie Lehrkräfte, die bei den Kommunen angestellt sind, zum Streik aufgerufen.

An Kundgebungen in München, Nürnberg und Ingolstadt nahmen über 3.000 Kolleginnen und Kollegen teil. „Wir wollen eine Lösung am Verhandlungstisch. Für die nächste Verhandlungsrunde erwarten wir ein Angebot der Arbeitgeber. Die Aktionen der Beschäftigten zeigen, dass sie die Nase von der Hinhaltestrategie der Arbeitgeber voll haben“, sagte GEW-Verhandlungsführerin Ilse Schaad. Die Gewerkschaften haben ein Forderungspaket mit einem Umfang von fünf Prozent geschnürt.

München

An einer Kundgebung der Gewerkschaften in München beteiligten sich am Mittwoch rund 2.500 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes, darunter zahlreiche Erzieherinnen, Sozialpädagogen und Lehrkräfte.

Die Teilnehmer kritisierten, dass der Staat zwar für die Rettung von Banken und Autoindustrie Milliarden bereitstelle, für den öffentlichen Dienst sei aber kein Geld da.



Wetter schlecht - Stimmung gut: Erste Streikaktionen in München. Fotos: Elke Hahn und Philipp Heinze


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Nürnberg

Neben München und Ingolstadt war Nürnberg ein lokaler Streik-Schwerpunkt. Die GEW hatte hier gemeinsam mit ver.di die Beschäftigten im Bereich Behindertenhilfe sowie die kommunal beschäftigten Lehrerinnen und Lehrer zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Den Auftakt bildete gegen 10 Uhr eine GEW-Kundgebung in der Straße der Menschenrechte. Gewerkschaftssekretär Björn Köhler darauf hinwies, dass Menschenrechte immer wieder verteidigt und erkämpft werden müssten, so auch das Recht auf gerechte Löhne. Spontan schlossen sich einige ver.di-Kolleginnen und Kollegen des Wasser- und Schifffahrtsamts sowie der Stadtwerke an, so dass am Ende rund 100 Personen an der Aktion beteiligt waren.

Gemeinsam erinnerte man daran, dass nach wie vor auch in Deutschland Menschen von Armut und Ausgrenzung bedroht seien, gedachte der im letzten Jahr ermordeten Gewerkschafter weltweit und machte deutlich, dass man den Arbeitgebern, die lieber „die Würde der Banken retten“, als sich um ihre Beschäftigten zu kümmern, solidarisch entgegentreten werde.

Als Mahnung an die Passanten wurden Blumen mit Mahnworten an den Säulen niedergelegt. Danach ging es zur zentralen Warnstreikkundgebung der Schwestergewerkschaft ver.di in den Stadtteil Langwasser. Hier wies Wolfgang Oehmt vom GEW-Kreisverband Nürnberg unter großem Beifall darauf hin, dass man nur gemeinsam die wichtigen Ziele der Tarifrunde erreichen könne.

Auch wenn bei der Beteiligung seitens der GEW-Kolleginnen und -Kollegen sicher noch deutlich mehr Potenzial vorhanden ist, waren sich alle am Ende einig: Es war ein gelungener erster Warnstreiktag, der deutlich machte, dass die Beschäftigten von den Arbeitgebern endlich ein vernünftiges Angebot erwarten!



"Recht auf gerechte Löhne": Kundgebung in Nürnberg. Fotos: Eddi Taubert


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