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Studentische Beschäftigte und wissenschaftliche Hilfskräfte

In Bibliotheken, Rechenzentren, Laboratorien und Universitäts-Kliniken sowie in Forschungsprojekten und in der Lehre sind „Hilfskräfte“ (HiWis) unverzichtbare Säulen des Hochschulbetriebes.

Da „Hilfskräfte“ nicht unter den Geltungsbereich der Tarifverträge des öffentlichen Dienstes fallen, werden ihre Arbeitsbedingungen nicht zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften ausgehandelt, sondern vom Arbeitgeber in Richtlinien der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) einseitig vorgegeben. Für die Arbeitsbedingungen sind die gesetzlichen Minimalstandards maßgebend. Hinzu kommt, dass selbst diese oft nicht bekannt sind oder nicht angewendet werden – es besteht aber z. B. Anspruch auf Jahresaurlaub oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Studentische Beschäftigte

Studierende arbeiten in unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen. Von der Unterstützung des wissenschaftlichen Personals bei Lehre und Forschung bis hin zur Entlastung bei administrativen Aufgaben leisten sie z.B. bei der Literaturrecherche und als TutorInnen qualitativ hochwertige Arbeit. Die GEW nennt sie deshalb „studentische Beschäftigte“. Die Arbeit ist dann besonders attraktiv, wenn sie mit persönlichen Studienschwerpunkten verbunden und flexibel in der Arbeitszeitgestaltung ist. Durch sie lassen sich gute Kontakte knüpfen und wichtige Qualifikationen erwerben.

Die Beschäftigungsbedingungen sind dagegen unattraktiv: kurze Fristverträge, unsichere Weiterbeschäftigungsaussichten, besondere Abhängigkeit, da der/die Dienstvorgesetzte oft PrüferIn ist. Der Stundenlohn liegt meist weit unter dem, was außerhalb der Hochschule gezahlt wird. Auch bei den allgemeinen Arbeitnehmerrechten geizt der öffentliche Arbeitgeber. Die 2008 beschlossene Neufassung der Richtlinien der Tarifgemeinschaft deutscher Länder verzichtet zumindest auf eine Differenzierung zwischen Beschäftrigung an Universitäten und an Fachhochschulen.

Die GEW vertritt die Interessen der studentischen Beschäftigten und unterstützt ihre Forderungen nach einem bundesweit gültigen Tarifvertrag – wie es ihn im Land Berlin bereits seit 1979 gibt – mit Mindestbeschäftigungszeiten und einer angemessenen Stundenvergütung, Urlaubsansprüchen und Weiterbildungsangeboten. Die Forderungen der GEW sind in den personengruppenspezifischen Thesen und ausführlichen Argumenten von 2004 zusammengefasst.

Im April 2012 veröffentlichte die GEW eine durch die Max-Traeger-Stiftung geförderte Studie zu studentischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an Hochschulen und Forschungseinrichtungen veroeffentlicht. Knapp 4.000 Personen wurden befragt, darüber hinaus vorhandene Daten und Studien ausgewertet. Enthalten sind umfassende Informationen zum Profil, zu den Beschäftigungsverhältnissen und Arbeitsbedingungen.

Tarifvertragliche Regelungen für studentische Beschäftigte gehören zu den wissenschaftsspezifischen Inhalten, welche die GEW im Rahmen der Neuregelung des Tarifrechts für den öffentlichen Dienst gegenwärtig zu verhandeln versucht. Im Rahmen der Tarifeinigung vom 1.3.2009 in den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Länder wurde die Absicht erklärt, Tarifgespräche u.a. auch für studentische Hilfskräfte aufzunehmen. Die GEW beteiligt sich an der „Tarifini“, der bundesweiten Tarifvertragsinitiative der studentischen Beschäftigten.

Der vollständige Text des Berliner Tarifvertrags und Service-Broschüren für studentische Beschäftigte finden sich auf den Internetseiten der GEW Berlin.


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Wissenschaftliche Hilfskräfte

Wie die studentischen Beschäftigten sind auch die wissenschaftliche Hilfskräfte (präziser gefasst: die wissenschaftliche Hilfskräfte mit Hochschulabschluss) aus dem Geltungsbereich des BAT bzw. des TV-L ausgenommen. Die GEW fordert die Aufnahme auch dieser Gruppe in den Gültigkeitsbereich der Tarifverträge. Im Rahmen der Tarifeinigung vom 1.3.2009 in den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Länder wurde die Absicht erklärt, Tarifgespräche u.a. auch für wissenschaftliche Hilfskräfte aufzunehmen.


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