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04.11.2009

Sozialforum in Hitzacker

Nach Erfurt und Cottbus in Thüringen und Brandenburg war das wendländische Hitzacker in Niedersachsen vom 15. bis 18. Oktober nun „Austragungsort“ des dritten Sozialforums in Deutschland. Die GEW war mit zwei der etwa hundert Veranstaltungen im Programm vertreten.

Mit etwa 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war das dritte Sozialforum in Deutschland erheblich schlechter besucht als die beiden vorangegangenen Sozialforen in Erfurt 2005 (ca. 3.000) und Cottbus 2007 (ca. 1.500). Vertreten waren neben Einzelpersonen auch zahlreiche Organisationen wie attac, Greenpeace, Rosa-Luxemburg-Stiftung, evangelische Jugend bis hin zu den Gewerkschaften (IG Metall, ver.di, NGG und GEW). Das Programm des Forums umfasste rund hundert Veranstaltungen.

Vier Angebote beschäftigten sich mit dem Thema Bildung, darunter auch das Seminar „Wider den Klassenkampf im Klassenzimmer - für eine demokratische Bildungsreform", das von der GEW gemeinsam mit dem attac-Bildungsarbeitskreis Köln veranstaltet wurde. Fünfzehn Lehrerinnen und Lehrer, Eltern, Schüler und sozialpädagogische Fachkräfte waren zusammengekommen, um sich auszutauschen. Sie stimmten der Ablehnung des gegliederten Schulwesen überwiegend zu. Kontrovers wurden allerdings die Privatschulen bewertet, was nicht verwunderte, befanden wir uns doch in der Freien Schule Hitzacker und ein Kollege dieser Schule war auch Diskussionsteilnehmer. Die zweite GEW-Veranstaltung in Hitzacker fand gemeinsam mit dem Frankfurter Filmemacher Martin Kessler statt, der vor ca. 80 Besuchern seinen neuen Film „Eine andere Welt ist möglich - Kampf um Amazonien" vorstellte. Der Film, den die GEW finanziell unterstützt hat, wurde während des Weltsozialforum 2009 in Belém gedreht und beschäftigt sich mit der Zerstörung Amazoniens durch industrielle Großprojekte.

Die Resonanz auf das Dritte Sozialforum in Deutschland war gering, sowohl die mediale als auch die direkte, sichtbar an der Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Nicht im Widerspruch dazu steht die Einschätzung der meisten Teilnehmenden: Die Veranstaltungen, die sie besuchten, waren fruchtbar und beförderten Lernprozesse. Ebenso positiv wurde der Austausch am Rande des Forums beurteilt.

Aber, um es möglichst deutlich zu formulieren: Das Sozialforum in Deutschland wird dem Anspruch nicht gerecht, alle zwei Jahre der Raum für soziale Bewegungen, NGOs, Gewerkschaften und Einzelpersonen zu sein, für die das Motto gilt: Eine andere Welt ist möglich. Dafür ist die Beteiligung insgesamt zu gering, auch die von Organisationen, und dafür existieren zu viele „Konkurrenzunternehmen“. Warum das so ist und ob sich das ändern lässt, darüber lohnt es sich nachzudenken.

Schorsch Wiesmaier
GEW Bayern

Diskussionsveranstaltung beim Sozialforum (links); GEW-Kolleginnen bei der Demonstration in Hitzacker (Mitte und rechts)

Fotos: Schorsch Wiesmaier


Der brandenburgische GEW-Vorsitzende Günther Fuchs war im Wendland auf jede Wetterlage vorbereitet.



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