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SofortprogrammNach Prognosen der OECD können nur 60 von 100 der in den Ruhestand tretenden Pädagoginnen und Pädagogen durch Nachwuchskräfte ersetzt werden. Diese Prognosen werden von Berechnungen des Bildungsforschers Klaus Klemm bestätigt, die er im Auftrag der Max-Traeger-Stiftung
vorgenommen hat: Demnach fehlen bis 2020 allein in den fünf norddeutschen Bundesländern jährlich bis zu 3.200 von insgesamt 7.200 benötigten Nachwuchslehrkräften.
Am 5. März 2011 schlug die Bildungsgewerkschaft GEW in Erweiterung ihres Hauptvorstandsbeschlusses vom November 2010 (siehe folgender Teil dieser Seite) folgende Maßnahmen eines „Sofortprogramm für den Lehrerinnen- und Lehrer nachwuchs“ für die erste Phase der Lehrerinnen- und Lehrerbildung vor (vollständige Fassung siehe rechts):
1. Kapazitäten ausbauen
Die Studienplätze in der LehrerInnenbildung sind im Zuge eines bedarfs- und nachfragegerechten Ausbaus der Hochschulen auszubauen. Ziel ist, dass alle Studierwilligen ohne Verzögerungen einen Studienplatz erhalten. Heute müssen so viele junge Menschen eine Ausbildung aufnehmen können, dass morgen ausreichend Nachwuchs-Lehrkräfte zur Verfügung stehen, um die in den Ruhestand gehenden Kolleginnen und Kollegen zu ersetzen.
Dazu müssen auch bestehende Hindernisse beim Hochschulzugang und für den erfolgreichen Abschluss eines Studiums beseitigt werden: durch die vollständige Abschaffung von Studiengebühren, den Ausbau und die Weiterentwicklung der staatlichen Ausbildungsförderung, die Öffnung der Hochschulen für beruflich Qualifizierte und ein leistungsfähiges System der Hochschulzulassung.
2. Masterstudium öffnen
Alle Bachelor-Absolventinnen und Absolventen müssen das Recht auf ein Masterstudium bekommen – durch die Schaffung ausreichender Studienkapazitäten auch in den Masterstudiengängen und den vollständigen Verzicht auf besondere Zugangsvoraussetzungen für die
Zulassung zum Masterstudium. Die GEW fordert den Bund auf, von seiner Gesetzgebungkompetenz zur Regelung der Hochschulzulassung und der Hochschulabschlüsse Gebrauch zu machen und den freien Zugang zum Masterstudium gesetzlich zu garantieren.
Die GEW bekräftigt ihre Forderung nach einer gleich langen und gleichwertigen Ausbildung für alle Lehrerinnen und Lehrer – unbhängig von Schulform oder Schulstufe. Das konsekutive Bachelor- und Masterstudium muss daher wie in allen anderen Studiengängen auch in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung eine Studiendauer von zehn Semester (300 ECTS-Punkte) umfassen.
3. Attraktivität erhöhen
Die Lehrerinnen- und Lehrerbildung an den Universitäten muss attraktiver und leistungsfähiger werden: durch eine qualitative Studienreform, eine „Qualitätsoffensive für gute Hochschullehre“ (Beschluss des Hauptvorstands vom 21.06.2008), eine qualifizierte Studienberatung, eine bessere Betreuung der Studierenden durch mehr Lehrende mit besseren Beschäftigungsbedingungen, eine angemessene räumliche, technische und infrastrukturelle Ausstattung der Hochschulen sowie die reibungslose Anerkennung von Studienleistungen und Abschlüssen beim Hochschulwechsel. Theoretische und praktische Anteile der Ausbildung müssen von Anfang an miteinander verzahnt und inhaltlich aufeinandern bezogen werden.
Durch die Verbesserung der Qualität von Lehre und Studium und der Studienbedingungen kann auch am wirksamsten der hohen Zahl an Studienabbrüchen begegnet werden – und nicht durch bürokratische Zwangsmaßnahmen wie Langzeitgebühren, Studienkonten, Pflichtberatungen und Anwesenheitskontrollen.
Das Image des Lehramtsstudium muss besser, die Attraktivität und Anerkennung des Berufs der Lehrerin und des Lehrers gesteigert werden – nicht zuletzt durch eine Verbesserung der Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen der Lehrkräfte.
Die GEW lehnt eine Auswahl von Studienbewerberinnen und Studienbewerbern durch die Hochschulen ab und pocht auf das grundgesetzlich garantierte Recht der Studienberechtigten auf Hochschulzulassung. Stattdessen ist eine Selbsteinschätzungskompetenz von Studienberechtigten und eine qualifizierte Beratung zu fördern.
// Sofortprogramm Teil II
(Beschluss des HV vom 05.03.2011)
GEW-Hauptvorstand
// Die Lehre in den Mittelpunkt (Beschluss 21.06.2008)
Unabhängig von der notwendigen inhaltlichen und organisatorischen Neuorientierung sieht die GEW sofortigen Handlungsbedarf, um dem unmittelbar drohenden Lehrermangel zu begegnen (vollständiger Beschluss siehe rechts):
// Sofortprogramm Teil I
(Beschluss des HV vom 13.11.2010)