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Reise zur Wiege der MenschheitHasankeyf – einen schönen Ort am Tigris mit mehr als zehntausend Jahren Siedlungsgeschichte – erreichen wir von unserem Ausgangsort Diyarbakir nach eineinhalb Stunden Autofahrt durch die weite Flusslandschaft des Tigris. Hier finden sich Schätze aus verschiedenen geschichtlichen Epochen, die Seidenstraße führte hier durch, das alte Siedlungsgebiet der Yesiden liegt in dieser Umgebung. Eine Region mit für die Menschheitsgeschichte wichtiger Vergangenheit, lebendig durch einen regen Tourismus und international bekannt geworden durch die Auseinandersetzung um das große Staudammprojekt „Iliusi-Staudamm“. Die türkische Regierung plant vierzig Kilometer flussabwärts - nahe der syrischen Grenze - den Tigris für ein großes Wasserkraftwerk zu stauen. Damit soll elektrische Energie für die Region gewonnen werden. Die Auswirkungen jedoch sind auf verschiedenen Ebenen katastrophal: Bis zu 60.000 Menschen müssten umgesiedelt werden, uralte Kulturstätten mit einer Jahrtausende alten Geschichte gingen verloren, den Nachbarländern Syrien und Irak würde sprichwörtlich „das Wasser abgegraben“.
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Links: Das Tal des Tigris wird seit der Frühgeschichte von Menschen bewohnt
Mitte: Ruinen zeugen von den Überresten antiker Kulturen
Rechts: Storchennest auf dem Minarett der Moschee in Hasankeyf
Begegnung auf Ruinen
Es ist Ostersonntag und auf dem weitläufigen Ruinengeländer herrscht reger Ausflugsverkehr. Es fällt auf, dass viele Schulklassen unterwegs sind. Unvermittelt kommen wir mit einer elften Klasse aus der Stadt Siirt ins Gespräch. Der Schulleiter und die Biologie-Lehrerin sind mit einer Gruppe junger Frauen und Männer hier unterwegs, um lebendigen Unterricht zu gestalten. Sie kommen von einem Lisesi – vergleichbar mit einem deutschen Gymnasium – an dem 900 Schülerinnen und Schüler von 26 Lehrkräften unterrichtet werden. An dieser Schule können in einer Klasse auch mal fünfzig Schülerinnen und Schüler sein. Der Schulleiter fragt rhetorisch, wie bei solchen Verhältnissen ein Unterricht machbar sein soll, bei dem auch noch jeder Schüler zu Wort kommen kann? Was sind das für Lernbedingungen? Es fehlen Unterrichtsmaterialien und Lehrkräfte. Wie kann hier eine gute Qualität erreicht werden? Uns fällt auf, dass auch der Englisch-Unterricht bei den Schülerinnen und Schülern leider nur zu sehr eingeschränkten Sprachfähigkeiten führt und wir uns lediglich Dank der Hilfe unserer sprachkundigen Begleiter Fatma und Süleyman auf deutsch-türkisch-kurdisch unterhalten können. Der Schulleiter Sehmus Cirik äußert zum Abschied nur einen Wunsch: Eine Partnerschule in Deutschland! Wir verweisen auf das Comenius-Programm der EU und möchten außerdem unsere GEW-Kolleginnen und -Kollegen auffordern zu überlegen, ob eine Schule in Deutschland mit ihm eine Kooperation beginnen möchte. Der Kontakt zu dem Schulleiter kann über das Kurtalar Lisesi in Siirt /Türkei aufgenommen werden.
E-Mail:
. Telefon: 00905059254663
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Links: Begegnung mit einer Schulklasse in Hasankeyf
Mitte: Schulleiter Sehmus Cirik (Mitte) sucht Kontakt zu einer Schule in Deutschland
Rechts: Die GEW-Kollegin Marianne Seiler ist bei der Arbeiterwohlfahrt in München beschäftigt
Text: Marianne Seiler
Fotos: Manfred Brinkmann