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Reaktionen aus dem Ausland

Der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Bildung, Vernor Muñoz, hat am heutigen Montag in Berlin seinen zehntägigen Besuch in Deutschland begonnen. Doch nicht nur die UN-Menschenrechtskommission, sondern auch der Economist, die international renommierte englische Wirtschaftszeitung, blickt besorgt auf das deutsche Schulsystem.
Sorgen um das deutsche Schulsystem

Das gesamte Heft trägt den Titel "Waiting for a Wunder". Unter der Überschrift "Wasting Brains", was sich mit "Intelligenz vergeuden " (wörtlich: Hirn verschwenden) übersetzen lässt, befasst sich ein Artikel ausführlich mit der Geschichte und den Problemen des Schulsystems in Deutschland.

Die Unterzeile des Artikels lautet: "Germany’s school system fails to make the most of the country’s human capital", was sich mit "Deutschlands Schulsystem ist nicht in der Lage, das Beste aus dem Humankapital des Landes zu machen" übersetzen lässt . Die unterdurchschnittliche Leistungsfähigkeit, die höchst ungleiche Verteilung der Chancen und die Segregation von Migrantenkindern wird betont. Die Geschichte und Struktur des deutschen Schulsystems wird in groben Zügen beschrieben.
 
Der Artikel kommt zu folgendem Schluss:
"In the long run, Germany may have no choice but to do away with its three-tier school system. Such attempts have failed before, but two new forces are now at work. One is demography: as the number of pupils drops rapidly, having just one, comprehensive, kind of school may be more efficient than maintaining three. The other force is business, which cannot thrive without well-educated employees."
 
"Langfristig hat Deutschland keine andere Wahl als sein dreigliedriges Schulsystem zu beseitigen ("do away"). Solche Versuche sind in der Vergangenheit zwar gescheitert, aber zwei neue Kräfte sind jetzt wirksam. Eine ist die Demographie: da die Zahl der Schüler schnell zurückgeht, kann eine gemeinsame Schule für alle leistungsfähiger sein als wenn drei Schultypen beibehalten werden. Die andere Kraft ist die Wirtschaft (business), die ohne gut ausgebildete Arbeitskräfte nicht gut gedeihen ("blühen") kann."
 
Relativ ausführlich wird beschrieben, dass die Siegermächte für Deutschland nach dem Krieg eigentlich ein einheitliches Schulsystem wollten. Dass es aber zwei Gründe gegeben habe, dies zu verhindern: Der Föderalismus und die Ideologie:
 
"...but the Länder refused to play.They have always seen education as a question of local power.."
übersetzt:
"...aber die Länder spielten nicht mit. Sie haben Bildung immer als eine Frage regionaler Macht gesehen..."

"Another barrier to reform is ideology. Education has always been a battleground of ideas, particularly since the first Gesamtschulen (comprehensive schools) opened in the mid-1960s. Many on the left saw this type of school as a silver bullet to ensure equal opportunities for all. The right, for its part, made "Save the Gymnasium" its rallying cry. It seems to have won: only about 700 out of over 19,000 secondary schools are now Gesamtschulen. Crucially, the main beneficiaries of the present system are determined to resist change. "This is about keeping many away from society’s feeding troughs", says Wilfried Bos, head of the Institute for School Development Research in Dortmund."

"Eine andere Reformbarriere ist die Ideologie. Bildung ist immer ein Schlachtfeld der Ideen gewesen, besonders seit die ersten Gesamtschulen (comprehensive schools) Mitte der 60er Jahre öffneten. Viele der Linken sahen darin das Zaubermittel,.(wörtlich "silberne Gewehrkugel"), um gleiche Bildungschancen für alle zu sichern. Die Rechte ihrerseits machte "Rettet das Gymnasium" zu ihrem Schlachtruf. Es scheint, sie haben gewonnen: Nur etwa 700 von über 19.000 Sekundarstufenschulen sind heute Gesamtschulen. Entscheidend ist, dass die Hauptbegünstigten des gegenwärtigen System entschlossen sind, Veränderungen zu widerstehen. 'Das hängt damit zusammen, dass vielen die Futtertröge der Gesellschaft ("society's feeding troughs") weggenommen würden', sagt Wilfried Bos, der Leiter des Instituts für Schulentwicklungsforschung in Dortmund."

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