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11.12.2009

Kurskorrektur nicht ausreichend

Wären Noten zu vergeben, würde ein „nicht ausreichend“ das Eckpunktepapier zieren, das Kultusminister und Hochschulrektoren verabschiedet haben. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisiert insbesondere, dass Bachelorabsolventen weiterhin keinen freien Zugang zum weiterführenden Masterstudium haben.

Auf einer gemeinsamen Tagung in Bonn am Donnerstag haben die Kultusministerkonferenz (KMK) und Hochschulrektoren der Länder gemeinsame Eckpunkte zur Kurskorrektur der derzeit heftig als überreguliert und fragmentiert kritisierten Studienstruktur beschlossen.

Die zentralen Änderungen sehen nun vor, dass künftig die Stoffmenge in den Studiengängen deutlich begrenzt und die Zahl der Prüfungen reduziert werden sollen. Außerdem wollen die Kultusminister bei der derzeit starren Sechs-Semester-Regelung nachbessern und mehr Flexibilität ermöglichen. Auch der Hochschulwechsel soll Studierenden durch eine vereinfachte Anerkennung von Leistungsscheinen erleichtert werden.

Keine Berücksichtigung fanden bislang die Forderungen nach einem freien Zugang zum Masterstudium für alle Bachelor-Absolventen. Besondere Zulassungsvoraussetzungen für die Aufnahme eines Masterstudiums seien kontraproduktiv und ersatzlos zu streichen, fordert deshalb Andreas Keller, GEW-Vorstandsmitglied und verantwortlich für den Bereich Hochschulen und Forschung. „Die KMK muss jetzt den freien Zugang zum Masterstudium für alle sichern: Jede Absolventin, jeder Absolvent eines Bachelor-Studiengangs muss einen Rechtsanspruch auf Zulassung zu einem weiterführenden Masterstudiengang erhalten“, erklärte Keller. Um die Studenten und Studentinnen adäquat betreuen zu können, führe außerdem kein Weg am Ausbau der Hochschulen vorbei.

Die beschlossenen Zugeständnisse betrachtet der Hochschulexperte lediglich als ersten Teilerfolg. Nachbesserungen seien notwendig.

Laut dpa will die Bundesregierung künftig zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Bildung und Forschung aufwenden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will - laut dpa - mit den Ministerpräsidenten der Länder über dieses Ziel bei dem "Bildungsgipfel" am 16. Dezember in Berlin beraten. Angestrebt werde, die jährlichen Ausgaben für Bildung und Forschung bis 2015 um 13 bis 18 Milliarden Euro zu steigern.

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