Die Lehrkräfte, die in der GEW organisiert sind, haben die Streiks in der Zeit vom 28. Januar bis zum 13. Februar und vom 25. bis 27. Februar getragen. Weit mehr als 100.000 Kolleginnen und Kollegen aus Schulen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und dem sozialpädagogischen Bereich haben die Warnstreiks zu einer eindrucksvollen Demonstration der Möglichkeiten der GEW gemacht. Dies ist auch öffentlich so wahrgenommen worden.
Wir haben nicht alles das durchgesetzt, was wir wollten. Aber wir haben mehr durchgesetzt, als sich in einer Diskussion um die „richtige“ Prozentzahl erschließt. Das Verhandlungsziel, Anschluss an Bund und Kommunen zu halten, ist weitgehend erreicht worden. Die GEW hat ihre Kraft gezeigt und sie hat sie auch selbst gespürt. Das ist es, was zählt. Das macht uns für die nächsten Ziele durchsetzungsfähiger: 2009 will die GEW den Durchbruch bei der Entgeltordnung im Länderbereich. Sie fordert,
• die Diskriminierung der Grundschullehrerinnen und -lehrer zu beenden,
• gleichen Lohn für gleiche Arbeit sowie
• verlässliche tarifliche Regelungen für Lehrkräfte in Schule und Hochschule.
Dafür brauchen wir genauso viel Kraft wie in der Lohntarifrunde. Und wir brauchen einen langen Atem. Nicht nur die Verhandlungen werden viel Zeit brauchen. Die Ergebnisse müssen auch in einer Erprobungsphase überprüft werden. Und wenn wir beim ersten Mal nicht alle Ziele durchsetzen (was wahrscheinlich ist), geben wir diese nicht auf, sondern verfolgen sie weiter. Die Verhandlungen zur Entgeltordnung – das gilt für die bereits laufenden Tarifverhandlungen im Bereich Sozial- und Erziehungsdienst genauso wie für die im Bereich der Lehrkräfte und der Beschäftigten an Hochschulen – sind kompliziert und – gerade wegen des föderalen Dschungels bei Ausbildungen, Berufsbereichen und teilweise sogar Tätigkeiten – schwer zu vereinheitlichen.
Nur mit Druck – auch durch Arbeitskämpfe – werden die Arbeitgeber notwendige Verbesserungen vereinbaren. Auf diese Verhandlungen müssen sich die Gewerkschaften gemeinsam und solidarisch vorbereiten. Tarifkämpfe sind mühsam, manchmal frustrierend und auch ermüdend – aber sie lohnen sich.
Ilse Schaad
Leiterin des GEW-Arbeitsbereichs Angestellten- und Beamtenpolitik