Die im Jahr 1903 gegründete Bildungsgewerkschaft Histadrut Hamorim ist heute mit über 100.000 Mitgliedern die größte Gewerkschaft in Israel. Die Aufnahme offizieller Beziehungen zwischen der israelischen Histadrut Hamorim und der deutschen GEW im Jahr 1961 war damals (vor allem in Israel) ein mutiger Schritt und kostete viele KollegInnen Überwindung. Aber die zunächst vorsichtige Annäherung und dann kontinuierliche und zunehmend offene Auseinandersetzung über den Holocaust und die Verantwortung von PädagogInnen und Gewerkschaften haben längst zu einer vertrauensvollen und engen Partnerschaft geführt, die auch kritische Fragen zu aktuellen Entwicklungen in beiden Ländern aushält.
Deutsch-israelische Seminare
Fundament dieser Partnerschaft sind die seit 1968 durchgeführten gemeinsamen Seminare, die in zweijährigem Rhythmus KollegInnen beider Gewerkschaften in einer einwöchigen „Klausur“ zusammenbringen, abwechselnd in beiden Ländern. Das letzte (25.) dieser Seminare fand im im Oktober 2011 in Israel statt. Die im September 2008 veröffentlichte GEW-Dokumentation 'Die Verantwortung aber bleibt' vermittelt einen Eindruck in Themen und Arbeitsfelder von vier Jahrzehnten vielfältiger Begegnungen im Rahmen der deutsch-israelischen Seminare.
Gemeinsames Gedenken an den Holocaust
Seit 2008 wurde die bis dahin bilaterale Zusammenarbeit zum Thema „Holocaust“ durch die Beteiligung der polnischen Gewerkschaften NSZZ Solidarnosc und ZNP, die GÖD aus Österreich und den VBE aus Deutschland erweitert: Zum Internationalen Holocaust Gedenktag am 27.1. kommen Vertreter der sechs Gewerkschaften alle zwei Jahre in Auschwitz für ein gemeinsamen Gedenken an die Opfer der Shoa zusammen.
![]() | ![]() | ![]() |
![]() | ![]() | ![]() |
Fotos oben: Holocaust-Gedenkveranstaltung in Polen
Fotos unten: Besuch in Yad Vashem; Schulklasse in Israel
(Fotos: Manfred Brinkmann)