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09.09.2008

Integrationskongress - Bildungspolitischer Hintergrund

Der Kongress sollte ein bildungspolitisches Signal für Hamburg, aber auch bundesweit setzen, da der integrative Ansatz bedroht ist.

Den 36 Grundschulen mit Integrativen Regelklassen im Schulversuch wirft man eine privilegierte Ausstattung vor und mit der alternativen Einrichtung von Diagnose- und Förderzentren wurde versuchsweise begonnen. Die Studie KESS 4 wird aus Sicht der Befürworter zu Unrecht herangezogen. Es handele sich um eine Querschnittsanalyse zu den Kompetenzen und Einstellungen von Schüler/-innen am Ende der Klassenstufe 4, die die Lernausgangslagen der Kinder an den verglichenen Schulen nicht ermittelte und somit keinen fairen Leistungsvergleich ermögliche. Außerdem werde die in der Studie positiv hervorgehobene, gelungene soziale Integration nicht beachtet. Näheres hierzu kann man nachlesen im Artikel von Brigitte Schumann in der Hamburger Lehrerzeitung (Link siehe Infokasten)

In integrativen Regelklassen und integrativen Regelschulen werden in sozialen Brennpunkten Kinder "mit besonderem Förderbedarf" gemeinsam mit anderen unterrichtet, ohne sie zu "etikettieren". Prof. Karl Dieter Schuck vom Institut für Behindertenpädagogik der Hamburger Universität, wissenschaftlicher Begleiter des Schulversuches: "Insgesamt haben sich die integrativen Regelklassen bewährt.“ Sein Fazit: Auch wenn es an einzelnen Schulen noch Verbesserungsmöglichkeiten gebe, so sei das bundesweit einmalige Projekt insgesamt erfolgreich. Das Grundprinzip, auch lernbehinderte Kinder zusammen mit normal entwickelten mit Hilfe von Sonderschullehrern in Grundschulklassen zu unterrichten, sei richtig und müsse eher ausgebaut werden. Dies wäre nach Ansicht des Wissenschaftlers auch möglich, wenn Lehrer aus vorhandenen Programmen zum Beispiel in der Lese- und Rechenförderung für neue integrative Regelklassen eingesetzt würden.

Die Bildungsbehörde plant, anstelle der Regelklassen in den kommenden Jahren spezielle Förderzentren aufzubauen. Auf diese Weise sollen Kinder aus mehr Schulen als den jetzt an dem Schulversuch beteiligten 36 von Sonderschullehrern profitieren. Die Sonderpädagogin Irmtraud Schnell berichtete von Erfahrungen mit solchen Förderzentren aus dem Saarland. So sei dort die Zahl der Sitzenbleiber stark angestiegen, weil es üblich sei, vor einer Hilfe durch Förderzentren die Kinder erst einmal ein Jahr wiederholen zu lassen." (Alexander Heinz, "Erziehungswissenschaftler fordern den Erhalt der Integrativen Regelklassen", NDR 90,3, 9.11.2002)


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Noten versus Individuelle Förderung

Das Problem der Notengebung kam öfter zur Sprache: der Widerspruch zwischen Ziffernnotensystem und Individueller Förderung wurde als klassisches "double-bind" bezeichnet. In Hamburg wird besonders heftig kritisiert, dass behinderte und nicht behinderte Schüler verschiedene Zeugnisse bekommen. Nach der Schulgesetzreform von 2006 sollen alle Schüler ab der dritten Klasse zensiert werden. Eine Ausnahme gibt es zwar für die behinderten Kinder, nicht aber für deren Schulkameraden in den sogenannten I-Klassen. Die Aufregung der Eltern und Freunde von Integrationsklassen ist groß, da dies als Katastrophe für das Gesamtkonzept angesehen wird. Die Berichte seien zwar aufwändiger für die Lehrer, die Kinder fänden sich dort jedoch besser wieder als in einer Note. (siehe Artikel Hamburger Abendblatt, Link im Infokasten)


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