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18.02.2010

Hochschulen: Schavan kündigt „Qualitätspakt Lehre" an

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) will in den nächsten Jahren mit zusätzlichen Finanzspritzen Verbesserungen beim Bachelor-Studium erreichen. Das kündigte die Ministerin am Rande eines Treffens mit Kultusministerkonferenz, Hochschulrektorenkonferenz und Studierendenvertretern in Berlin an.

Bis zu einer halben Milliarde Euro plant Schavan nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) bis 2013 für den „Qualitätspakt Lehre" ein. Damit sollen an rund 100 Hochschulen zusätzliche Professoren, Mentoren und Tutoren eingestellt werden.

In zwei bis drei Wochen will Schavan Details zu dem Programm bekanntgeben, das sie als „dritte Säule" des bereits mit den Ländern vereinbarten Hochschulpaktes bezeichnete. „Erste Säule" ist die zusätzliche finanzielle Untersützung von Forschungsprojekten durch den Bund, „zweite Säule" die geplante Schaffung von 275 000 zusätzlichen Studienplätzen. Alle drei Förderprogramme sollen bis 2020 laufen.

Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Margret Wintermantel, begrüßte Schavans Ankündigungen zum „Qualitätspakt Lehre": „Wir brauchen für das Bachelor-Studium mehr Lehrpersonal sowie bessere Betreuung und Lernbedingungen."

Auch die Studierendenvertreter sprachen nach dem Treffen von einem konstruktiven Dialog. Größtes Problem sei aber nach wie vor der ungeklärte freie Zugang in das weiterführende Masterstudium.

GEW fordert schnell detaillierte Zahlen

Die GEW begrüßt die Initiative zu einem Qualitätspakt. Andreas Keller, GEW-Vorstandsmitglied und verantwortlich für den Bereich Hochschulen und Forschung, erklärte, unter der chronischen Unterfinanzierung der Hochschulen litten nicht nur die Studierenden, sondern auch die Lehrenden, die seit Jahren zusätzliche Lasten schulterten: die Reform der Studiengänge im Zuge des Bologna-Prozesses, Qualitätssicherung und Akkreditierung, qualifizierte Beratung einer immer heterogeneren Studierendenschaft – und das alles unter den Bedingungen steigender Studierendenzahlen bei stagnierenden Beschäftigtenzahlen.

„Die Bundesbildungsministerin muss jetzt schnell detaillierte Zahlen auf den Tisch legen", forderte Keller. „Wie viel Geld stellt der Bund zur Verfügung, wie viel die Länder, wer kann die Mittel unter welchen Bedingungen abrufen? Die Förderung muss auch dazu beitragen, den Generationenwechsel in der Hochschullehrerschaft zu unterstützen und für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler berechenbare Karrierewege schaffen", betonte der GEW-Hochschulexperte.

Im vergangenen Jahr hatten schlechte Betreuung und Verschulung in den neuen Bachelorstudiengängen sowie die Prüfungsdichte zu massiven Protesten an den Hochschulen geführt. Daraufhin verabschiedeten Kultusminister und Hoschschulrektoren im Dezember erste Kurskorrekturen, die jedoch von vielen Seiten, unter anderem auch von der GEW, als nicht ausreichend bezeichnet wurden.

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