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Sechster Girls' DayMädchen können an diesem Tag in männertypische Berufe hineinschnuppern. Parallel dazu erkunden Jungs am gleichen Tag – dem Boys' Day – bereits zum zweiten Mal frauentypische Arbeitsfelder. Verschiedene Unternehmen bieten ihnen über „Schnupperpraktika“ deutschlandweit die Möglichkeit dazu.
Jugendliche sollen frühzeitig herausfinden, welcher Beruf zu ihren Fertigkeiten, Neigungen und Interessen passt und welche Chancen und Möglichkeiten für sie damit auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt bestehen. Jungen und Mädchen haben allerdings unterschiedliche Berufswahlpräferenzen und treffen ihre Wahl überwiegend aus einem kleineren Spektrum an geschlechtstypischen Berufen. Der / GEW Genderreport 2004 zeigt beispielsweise, dass sich Mädchen mehrheitlich für kultur- und sprachwissenschaftliche, nicht aber für technische Studiengänge entscheiden. Am Girls' Day, der ursprünglich aus Amerika kommt, sollen sich Mädchen der Klassen 5-10 deshalb verstärkt in technischen Berufen ausprobieren, denn sie wählen immer noch solche Ausbildungswege kaum von sich aus. Auf dem Arbeitsmarkt sind es jedoch vor allem die technischen Betriebe die Arbeitsplätze anbieten und somit Mädchen einstellen könnten. Unternehmen, die zusätzlich zum Girls' Day, spezielle „Mädchen-Technik-Tage“ durchgeführt haben, verkünden sogar einen steigenden Anteil junger Frauen in technischen Berufen. Vergangenes Jahr haben 6.000 Unternehmen und eine Viertel Million Teilnehmerinnen in ganz Deutschland am Girls' Day partizipiert und stellten damit einen neuen Beteiligungsrekord auf.
In den letzten Jahren rückte auch das Berufswahlverhalten der Jungen stärker in den Blickpunkt. Ähnlich wie bei Mädchen ist ihre Berufswahl häufig geschlechtsspezifisch geprägt. Deshalb schnuppern dieses Jahr parallel zum Girls' Day Jungs am Boys' Day zum zweiten Mal in frauentypische Arbeitsbereiche hinein. Schon in seinem ersten Jahr ist der Boys' Day auf großen Zuspruch gestoßen. Jungs können beispielsweise einen Tag lang einer Erzieherin über die Schulter schauen. Vielleicht finden sie ja Gefallen an dem Beruf, dann könnten sie später einmal den geringen Männeranteil an Kitas steigern.
Das bundesweite Vernetzungsprojekt "Neue Wege für Jungs", das aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Europäischen Sozialfonds gefördert wird, will bundesweit mehr Initiativen anregen, die speziell Jungen die Möglichkeit geben, Rollenvielfalt und Chancengleichheit als persönlichen Gewinn für das spätere berufliche und persönliche Leben zu erfahren.
Trotzdem: Es ist fraglich, ob ein einzelner Ausflugstag in die Berufswelt des jeweils anderen Geschlechts die Tür zu einer „geschlechtsuntypischen“ Berufswahl öffnet.

Wie bekommt man einen neuen Computer? Ganz einfach: Indem man zwei alte nimmt und daraus einen neuen macht. Wie’s genau geht haben Thien-Phung Nguyen, 12, und Anh Nguyen, 13, Teilnehmerinnen beim Girls’ Day beim GEW-Hauptvorstand, gelernt. Die beiden Gymnasiastinnen waren zwei von über 100.00 Mädchen, die am Mädchenzukunftstag in typische Männerberufe reingeschnuppert haben.