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Geschichte, Zweck und Aufgaben der Europäischen Schulen

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Seit über 50 Jahren gibt es die Europäischen Schulen (ES), aber nur ganz wenige kennen sie. Das verwundert auch nicht, denn in ganz Europa gibt es zurzeit nur 13 ES mit etwa 1.800 Leherinnen und Lehrern (mit dem Status der Auslandsdienstlehrkraft, dazu weitere 400 Lehrbeauftragte) und rund 20.000 Schülerinnen und Schülern (Stand: September 2005).

ES sind multikulturelle Schulen. Das ist erst einmal nichts Besonderes: In praktisch allen Schulen Deutschlands treffen Kinder aus den verschiedensten Nationen und Kulturen mit den unterschiedlichsten Muttersprachen aufeinander. Aber im Unterricht zeigt sich der Unterschied: In den ES werden sie von Kolleginnen und Kollegen aus den 25 Nationen der EU praktisch gleichwertig in den Sprachen der EU unterrichtet. Dadurch bekommt der Begriff "multikulturell" eine andere Bedeutung. Die drei Basissprachen der ES sind die so genannten Vehikular- oder Verkehrssprachen: Deutsch, Englisch und Französisch.

Die erste ES wurde 1953 in Luxemburg gegründet. Beamte aus den sechs Staaten der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, dem Vorgänger der EU, wollten ihren Kindern die Möglichkeit geben, eine Schule zu besuchen, in der sie in ihrer Muttersprache und ihrer Tradition erzogen wurden, einen Abschluss erhielten, der in ihrer Heimat anerkannt wurde und gleichzeitig an ihrer Vision eines neuen Europa teilhaben konnten. Mit der Entwicklung der Europäischen Gemeinschaften wurden immer mehr Beamte an verschiedenen Orten gebraucht, was dann zur Gründung weiterer Schulen, davon drei in Deutschland (Karlsruhe mit einem Europäischen Zentrum für Atomforschung, München mit dem Europäischen Patentamt und zuletzt Frankfurt/Main mit der Europäischen Zentralbank) führte. Die ES gehen vom Kindergarten über die fünfjährige Grundschule und die siebenjährige Oberschule zum Abitur, das in allen Ländern der EU und noch vielen anderen Staaten anerkannt ist.

Von Anfang an waren deutsche Kolleginnen und Kollegen in den ES dabei. Derzeit arbeiten etwa 230 abgeordnete deutsche Lehrerinnen und Lehrer in den ES. Sie sind für den Auslandsschuldienst von ihren nationalen Schulbehörden für die Gesamtdauer von 9 Jahren beurlaubt und kehren danach in ihr jeweiliges Bundesland zurück.


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