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19.02.2008

GEW ruft zu Warnstreiks an Kindertagesstätten auf

Bildungsgewerkschaft zur Tarifrunde 2008 im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen

Frankfurt a.M. - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ruft an kommunalen Kindertagesstätten mit Schwerpunkt in Bayern, Sachsen und Rheinland-Pfalz auf, sich an den Warnstreiks im öffentlichen Dienst zu beteiligen.

„Die Arbeitgeber machen Fortschritte in der Tarifverhandlung für die bei Bund und Kommunen Beschäftigten davon abhängig, dass die Gewerkschaften die geforderte Arbeitszeitverlängerung schlucken. Für die zahlreichen teilzeitbeschäftigten Erzieherinnen, die Arbeitsverträge über eine bestimmte Wochenstundenzahl abgeschlossen haben, führt eine Erhöhung der Vollzeit-Arbeitsstunden unmittelbar zur Gehaltskürzung“, erklärte Ilse Schaad, im GEW-Vorstand für Tarifpolitik verantwortlich, am Dienstag in Frankfurt a.M.. „Die Beschäftigten sollen bei dem so genannten Arbeitgeberangebot noch drauflegen. Die geforderte Erhöhung der Arbeitszeit frisst die angebotene Lohnerhöhung (mehr als) auf.“ Die Stimmung bei den Erzieherinnen sei gereizt. Die Beschäftigten erwarteten spürbare Lohnzuwächse und lehnten das Arbeitgeberangebot als Zumutung ab. Die qualifizierte Arbeit der Erzieherinnen sei mehr wert, als die Arbeitgeber bisher zahlen. Auch die Eingruppierung neu eingestellter Erzieherinnen und Erzieher spiele in der laufenden Tarifrunde eine Rolle.

In der dritten Runde der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst in Bund und Kommunen waren die Arbeitgeber nicht bereit, ihr unzureichendes Angebot zu verbessern. Damit blockierten sie die Verhandlungen und provozierten die Verschärfung der Auseinandersetzung, sagte Schaad. Die Arbeitgeber hielten an ihrer Strategie fest, dass eine Einigung nur zustande kommt, wenn die Arbeitnehmer Reallohnverluste und Arbeitszeiterhöhungen hinnähmen.

Info: GEW-Mitglieder werden sich am Mittwoch, 20. Februar, an folgenden Kundgebungen beteiligen:

Bayern:
Nürnberg: 17 Uhr, Kundgebung an der Lorenzkirche,
München: Warnstreiks am Vormittag; 13 Uhr, Personalversammlung des pädagogischen Personals in den Riem-Arkaden.

Rheinland-Pfalz:
Mainz: 10 Uhr, Streikversammlung der GEW im DGB-Haus mit Ansprache von GEW-Vorstandsmitglied Ilse Schaad; anschließend Teilnahme an der Warnstreik-Kundgebung um 12 Uhr am Deutschhausplatz.

Gemeinsam mit den anderen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes fordert die GEW für die Beschäftigten des Bundes und der Kommunen nach drei Jahren ohne Gehalterhöhung eine lineare Anpassung von acht Prozent, mindestens 200 Euro monatlich.

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