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03.03.2008

GEW ruft Beschäftigte in kommunalen Kindertagesstätten in neuen und nördlichen Bundesländern zu Warnstreiks auf

Tarifrunde 2008 öffentlicher Dienst für Bund und Kommunen

Frankfurt a.M. - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ruft die
Beschäftigten in den kommunalen Kindertagesstätten in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen, Brandenburg, Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein für Dienstag zu Warnstreiks auf. „Wir gehen davon aus, dass sich morgen in allen Bundesländern noch mehr Kolleginnen und Kollegen, insbesondere in den Kitas, als während der ersten Warnstreikwelle an den Aktivitäten beteiligen. Dies ist die Reaktion der Beschäftigten auf die starre Haltung der Arbeitgeber“, erklärte Ilse Schaad, GEW-Verhandlungsführerin in der Tarifrunde öffentlicher Dient bei Bund und Kommunen. Bereits in der Woche vom 18. bis 22. Februar waren kommunale Einrichtungen wie Kindertagesstätten und Schulen in vielen Bundesländern bestreikt worden.

„Die Verbesserung der Angebote in der frühkindlichen Bildung darf nicht nur ein Wahlkampfthema sein“, betonte Schaad. „Die Arbeits- und Einkommensbedingungen müssen verbessert werden. Erzieherinnen verdienen zu wenig. Dass die Arbeitgeber jetzt auch noch mit einer Arbeitszeitverlängerung drohen, ist ein Schlag ins Gesicht der Erzieherinnen. Die Erhöhung der Arbeitszeit würde bedeuten, dass von den 150.000 Arbeitsplätzen für Erzieherinnen in kommunalen Einrichtungen rund 6000 vernichtet werden.“

Info:
In Dresden, Leipzig, Chemnitz und Plauen beginnen die Warnstreiks am Dienstag mit Dienstbeginn um 6.00 Uhr. Ilse Schaad wird an der Streikversammlung in Dresden teilnehmen.

Während der vierten Verhandlungsrunde Anfang der vergangenen Woche hatten die Arbeitgeber erfolglos versucht, ihr Angebot schön zu reden.

Das Arbeitgeberangebot von fünf Prozent ist eine Mogelpackung. Tatsächlich bieten die Arbeitgeber vier Prozent mehr Lohn an, verteilt auf drei Erhöhungsstufen. Die Konsequenz: 2008 beträgt die Erhöhung 2,5 Prozent, 2009 0,41 Prozent. Ein weiteres Prozent (das fünfte Prozent) soll in zwei Stufen zu je 0,5 Prozent das Volumen der Leistungsbezahlung aufstocken, die nicht allen Beschäftigten zu Gute kommt.
Gleichzeitig soll die Arbeitszeit im Westen von 38,5 auf 40 Stunden angehoben werden. Das entspricht einer Lohnkürzung um 3,75 Prozent.

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