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01.03.2011

GEW: „Weit über 10.000 Beschäftigte bei Streikkundgebungen in NRW und Schleswig-Holstein“

Bildungsgewerkschaft will Eingruppierung von Lehrkräften per Tarifvertrag regeln

Düsseldorf/Kiel – Fünf Prozent mehr Gehalt und eine bessere Eingruppierung für angestellte Lehrkräfte, die per Tarifvertrag verankert ist, haben Beschäftigte des öffentlichen Dienstes der Länder heute in Düsseldorf und Kiel gefordert. In Nordrhein-Westfalen nahmen an der zentralen Kundgebung über 10.000 Menschen teil.

In Düsseldorf betonte die nordrhein-westfälische Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Dorothea Schäfer: „Wenn Arbeitgeber-Verhandlungsführer Hartmut Möllring (CDU) meint, dass Arbeitsniederlegungen in den Schulen nicht der richtige Weg seien, weil dann Unterricht ausfällt, haben wir einen guten Tipp: ‚Bewegen Sie sich endlich und machen Sie ein Angebot für einen fairen Eingruppierungstarifvertrag.’"

Der schleswig-holsteinische Landesvorsitzende Matthias Heidn sagte während der Streikkundgebung vor 250 Beschäftigten in Kiel: „Angestellte Lehrerinnen und Lehrer dürfen nicht länger Beschäftigte zweiter Klasse bleiben. Die Schere zwischen den Einkommen der angestellten und der verbeamteten Lehrkräfte muss endlich geschlossen werden! Schluss damit, dass eine angestellte Lehrerin mit durchschnittlich 500 Euro monatlich weniger nach Hause geht als die verbeamtete Kollegin am gleichen Arbeitsplatz! Das ist zutiefst ungerecht.“

Info:
Morgen finden in drei Bundesländern Aktionen mit GEW-Beteiligung statt:
Am Mittwoch ruft der GEW-Landesverband Baden-Württemberg die Tarifbeschäftigten der Länder in allen vier Bezirken zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Die zentralen Kundgebungen finden in Stuttgart, Freiburg und Karlsruhe statt.

In Hamburg gibt es am Mittwoch die erste Großdemonstration nach der Wahl zur Tarifrunde der Länder und gegen die Streichung des Weihnachtsgeldes für Beamte. Die GEW ruft Angestellte zum ganztägigen Warnstreik auf, Beamte zum Protesttag.

Am Mittwoch rufen die Gewerkschaften ver.di, GEW und GdP Rheinland-Pfalz alle Tarifbeschäftigten in den Landesverwaltungen, Straßenmeistereien, Schulen, Hochschulen und bei der Polizei zu einem ganztägigen Warnstreik auf. In Mainz findet ab 13.30 Uhr eine Demo mit Kundgebung vor dem Landtag statt.

Die Gewerkschaften verlangen einen Sockelbetrag von 50 Euro und darauf aufsetzend eine Gehaltserhöhung von drei Prozent. Das entspricht einem Volumen von durchschnittlich fünf Prozent Lohnsteigerung. Für die angestellten Lehrkräfte soll zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik die Eingruppierung in eine Länderentgeltordnung (L-ego) durchgesetzt werden, die per Tarifvertrag geregelt ist. Vertragslaufzeit: 14 Monate. Die Arbeitgeber haben diese Forderungen abgelehnt und auch in der zweiten Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt.

Die dritte Runde zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern findet am 9./10. März in Potsdam statt.

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