05.05.2010

GEW: „Über 500 angestellte Lehrkräfte fordern bessere und einheitliche Bezahlung“

Dritter Warnstreik- und Aktionstag für Lehrertarifvertrag in den Ländern

Frankfurt a.M. – Über 500 angestellte Lehrkräfte aus Brandenburg und Sachsen haben am dritten Warnstreik- und Aktionstag einen Länder-Tarifvertrag gefordert, der eine bessere und einheitliche Bezahlung sichern soll. Aufgerufen hatten die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und die dbb Tarifunion. Die Lehrerinnen und Lehrer sind unzufrieden, da die Arbeitgeber die Verhandlungen über eine Länder-Entgeltordnung (L-ego) für angestellte Lehrkräfte seit Monaten verschleppen.

Vor 350 Lehrkräften sagte die sächsische Vize-Vorsitzende der GEW, Uschi Kruse, in Dresden: „Die Landesregierung benachteiligt junge Lehrkräfte auf Dauer, wenn sie sich bei den Verhandlungen über eine Entgeltordnung nicht für den Abschluss eines guten Tarifvertrages stark macht. Wer ernsthaft daran interessiert ist, junge Menschen in Sachsen zu halten, muss für eine gute Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen an den Schulen sorgen.“

Zu den Aktionen in Potsdam und Cottbus kamen rund 200 Beschäftigte. „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist eine Grundforderung der GEW Brandenburg. Es ist ein politischer Skandal, dass 20 Jahre nach der Herstellung der Deutschen Einheit die Lehrerinnen und Lehrer in den neuen Bundesländern noch immer mindestens eine Entgeltgruppe niedriger eingruppiert sind, als die Lehrkräfte in den Altbundesländern. Gleichzeitig ist nicht mehr hinnehmbar, dass die Lehrkräfte nach der Schuhgröße der Kinder eingruppiert werden. Alle Lehrkräfte in allen Schulformen und -stufen leisten eine gleich wertvolle Arbeit und müssen gleich bezahlt werden“, betonte Günther Fuchs, Vorsitzender der GEW Brandenburg, in Potsdam.

Info: Nachdem die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) nach fünf Verhandlungsrunden über eine Länder-Entgeltordnung für Lehrkräfte am vergangenen Mittwoch die Kernforderungen der Gewerkschaften zurückgewiesen hatte, haben GEW und dbb Tarifunion die angestellten Lehrkräfte vom 3. bis 6. Mai zu ersten Warnstreiks und Aktionen aufgerufen. Die GEW hat in der L-ego-Runde für Lehrkräfte die Verhandlungsführerschaft. In Deutschland gibt es gut 200.000 angestellte Lehrkräfte.


Links

GEW-Internetportal zur Länderentgeltordnung (L-ego)


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