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GEW Stimmen zum ESF 2008Stefanie Kramer (Berlin)
Besonders beeindruckt hat mich in Malmö die Herzlichkeit der Menschen und der Zusammenhalt. Ich fand es interessant Leute von der GEW aus anderen Bundesländern zu treffen. Wir werden versuchen weiterhin im Kontakt zu bleiben und ein Netzwerk unter uns zu gründen. Die Seminare waren sehr interessant. Der Theaterworkshop war für mich am gewinnbringendsten, da ich verschiedene Ideen und Anregungen in meinem Unterricht umsetzen kann.
Ilke Glockentoeger (Berlin)
Ich fand das ESF eine sehr schöne Erfahrung. Ich bin - trotz Referendariatsstress - ganz politisiert nach Berlin zurückgekehrt. Es war sehr gewinnbringend, mit so vielen Menschen aus Europa zusammenzukommen und über die Idee eines sozialen Europas nachzudenken und zu sprechen. Vor allen Dingen das Zusammentreffen mit anderen Lehrern/-innen aus allen Teilen Europas fand ich toll! In keinem Seminar der Welt hätte ich in so kurzer Zeit so viel über die Bildungspolitik, die Schulsysteme und die Arbeit im Bildungswesen lernen und erfahren können wie in den Gesprächen mit den vielen verschiedenen Menschen, die ich in Malmö getroffen habe.
Christian Galati und Florian Muhl (Hamburg)
Für uns war es das erste Europäische Sozialforum und die außerordentliche Vielfalt von Veranstaltungen war sehr bereichernd und inspirierend. Insbesondere für die GEW- Studierendengruppe war die Möglichkeit der Vernetzung mit anderen aktiven Studierenden und ReferendarInnen und der Austausch über die Lage an anderen Universitäten sehr produktiv. Die Erfahrung, dass an vielen Stellen in Europa engagierte Menschen in ähnliche (Abwehr-) Kämpfe
involviert sind, macht Mut für kommende Auseinandersetzungen diesseits und jenseits einzelstaatlicher Aktivitäten.
Marc Hannappel (Koblenz)
Gerade für Menschen, die sich aktiv am politischen oder gesellschaftlichen Leben beteiligen um für eine sozial gerechtere Zukunft zu streiten, bietet dieses Forum die Möglichkeit sich nicht nur inhaltlich sondern auch persönlich weiterzuentwickeln. Ich habe noch nie so viele Menschen gesehen, die mit Überzeugung und Willenskraft für ihre Sache einstehen und bereit sind, viele Einschränkungen dafür in Kauf zu nehmen.
Amin Benaissa (Frankfurt)
Malmö ist eine faszinierende, multi-kulturelle Stadt mit stetig wachsendem AusländerInnen-Anteil. Das ESF hat wirklich gut in diese Stadt gepasst, mit den vielen Gästen von allen Kontinenten. Es waren vor allem die Erfahrungsberichte der Unterdrückten weltweit die mich faszinierten. Informationen für die in unserer Medienlandschaft einfach kein Platz zu sein scheint. Beeindruckend war auch die alternative Szene in Malmö, parallel zum ESF gab es z. B. ein großes Kultur-Festival und das Action-Network mit Demos und Straßenpartys.
Philipp Westphal (Flensburg)
Ich fand das ESF sehr spannend, aber zum Teil auch ein wenig chaotisch Die Mischung der vielen unterschiedlichen Menschen und Gruppen war auf der einen Seite eine sehr gute Grundlage für die gemeinsame Diskussion und den Austausch der weltweiten sozialen Bewegungen und der europäischen Gewerkschaften. Auf der anderen Seite hatte ich den Eindruck, dass gerade auf Gewerkschaftsseite eher obere Funktionäre in den Austausch mit anderen Funktionären getreten sind. Die GEW war mit ihren vielen jungen Teilnehmern ja eher die rühmliche Ausnahme! Das ESF lebt meiner Meinung nach auch von einem Austausch der Aktivistinnen und Aktivisten und der daraus entstehenden Verbindung und Solidarität. Das ESF bietet auf vielen Ebenen Raum für einen solchen Austausch, ohne den die Internationalisierung der Gewerkschaftsbewegungen schwer zu denken und durch zu führen ist. Schwierig in diesem Zusammenhang fand ich die Aufsplitterung nach Organisationen und Ländern, so dass es z.B. viele verschiedene Veranstaltungen zum Thema Globalisierung und Gewerkschaften gab, bei denen die TeilnehmerInnen doch stark von der organisierenden Gewerkschaft abhängig waren. Was für mich als Schluss daraus resultiert ist, dass das ESF trotz der eben genannten Kritikpunkte eine sehr erfolgreiche Veranstaltung war. Diese Veranstaltung bietet enorme Chancen und ein ungeheures Zukunftspotenzial, aber sie ist eben auch kein Selbstläufer, sondern lebt von den Menschen, die sich dort einbringen und vor allem auch von denen, die das ESF organisieren. Insofern stehen auch die Gewerkschaften in der Pflicht, den Erfolg der europäischen Sozialforen weiter zu steigern, indem die Chancen und Möglichkeiten, die das ESF bietet, wahrgenommen und dann auch ausgefüllt werden.