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18.03.2009

GEW: „Prävention statt Populismus“

Bildungsgewerkschaft zum Forschungsbericht Jugendgewalt des Innenministeriums

Frankfurt a. M. - Statt Forderungen nach Polizeikontrollen an Schulen und weiteren gesetzlichen Verboten gehören aus Sicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die Stärkung der Persönlichkeit sowie ein gesellschaftliches Klima der Aufklärung und Wertschätzung an die erste Stelle der Tagesordnung. „Wenn jeder zweite Schüler durch seine Mitschüler gehänselt wird und jeder fünfte berichtet, von anderen nicht beachtet zu werden, ist eine Kultur des respektvollen Miteinanders das Gebot der Stunde“, kommentierte GEW-Schulexpertin Marianne Demmer den aktuellen Forschungsbericht des Bundesinnenministeriums zu Jugendgewalt.

Die zurück liegende Woche nach dem Amoklauf in Winnenden sei eine Zeit großer Trauer gewesen, aber auch populistischer und reißerischer Medienberichterstattung. Das Problem der Jugendgewalt müsse wieder differenzierter diskutiert werden, so Demmer. Dazu leiste die neue Studie einen Beitrag.

„Auch wenn das für die Angehörigen der Opfer von Winnenden kein Trost ist: Gewalt als Mittel der Durchsetzung von Interessen hat in den letzten Jahren insgesamt deutlich abgenommen. Das stimmt uns auch hoffnungsvoll“, resümierte Demmer. Der Bericht mache sehr deutlich, was die Jugendgewalt erfolgreich zurück drängen kann: Integration, Prävention und die gesellschaftliche Ablehnung von Gewalt insgesamt.

Erschreckend hoch sei jedoch das Ausmaß fremdenfeindlicher und rechtsextremer Haltungen unter Jugendlichen. „Erneut zeigt sich die größte Schwachstelle unseres Schulsystems. Hauptschulen erweisen sich als ungünstige Jugendmilieus, als ‚Verstärkungsfaktor’ von Gewalt und Rechtsextremismus“, kommentierte Demmer die Studie, die auch Befunde zu verschiedenen Schulformen vorlegt. „Wir müssen Schluss machen mit der Konzentration von Problemen an Haupt- und Sonderschulen. Auch das ist Prävention!“

Demmer betonte die Fortschritte von Schulen bei der Bekämpfung von Rassismus und verwies auf die Initiative „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Für derlei Initiativen im Rahmen von Schulentwicklung, politischer Bildung und Jugendarbeit sollte es deutlich mehr Unterstützung auch materieller Art geben.

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