
/ Presse
/ Presse-Serviceseite
/ Archiv der Pressemitteilungen
/ 2008
/ März
PM vom 05.03.2008Frankfurt a. M. - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat scharf gegen die Absicht der Kultusministerkonferenz (KMK) protestiert, die Unterrichtszeit bis zum Abitur zu „flexibilisieren“. „Das sind Tricksereien und Zahlenspielchen, mit denen die Öffentlichkeit hinters Licht geführt werden soll. Flexibilisierung ist ein anderes Wort für Kürzung, die niemand merken soll. Offiziell wird an den 265 Wochenstunden bis zum Abi festgehalten, de facto werden diese weiter reduziert“, sagte Marianne Demmer, Leiterin des GEW-Vorstandsbereichs Schule, am Mittwoch in Frankfurt a.M. Es sei lächerlich, etwa Englischstunden aus der Grundschule auf die gymnasiale Schulzeit anzurechnen oder den Anteil von Projektstunden auszuweiten.
Demmer erinnerte daran, dass Schüler und Lehrkräfte in Deutschland bereits heute den Lernstoff bis zum Abitur in deutlich weniger Stunden erarbeiten müssten als international üblich. „Weitere Kürzungen werden eindeutig zu Lasten von Qualität, Chancengleichheit und Durchlässigkeit gehen“, betonte Demmer.
Nach ihrer Auffassung gibt es nur zwei Möglichkeiten, um die „vor allem in den westlichen Bundesländern völlig verkorkste G8-Reform“ aus den Schlagzeilen zu bekommen: Die Einrichtung von Ganztagsschulen oder die Rückkehr zur neunjährigen Gymnasialzeit. „Für phantasievolle Zeitmanipulationen sollten sich zumindest Teile der KMK zu schade sein. Ich hoffe, dass die Kultusminister aus dem selbst angerichteten Desaster für die Zukunft lernen. Veränderungen dürfen den Schulen nicht einfach im Handstreich übergebraten werden. Sie müssen gut geplant, vernünftig organisiert und zu Ende gedacht werden“, sagte Demmer.