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26.05.2008

GEW: „Nachhaltige Strukturen für Ausbildung schaffen!“

Bildungsgewerkschaft zum „Tag des Ausbildungsplatzes“ der Bundesagentur für Arbeit

Frankfurt a.M./Nürnberg – Eine Ergänzung des „dualen Systems“ hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit Blick auf den heutigen „Tag des Ausbildungsplatzes“ der Bundesagentur für Arbeit (BA) gefordert. „An einem Tag bei Unternehmen Klinken zu putzen, bringt zwar den einen oder anderen Ausbildungsplatz. Es löst aber nicht das strukturelle Problem, dass wir eine Ergänzung des „dualen Systems“ brauchen. Neue Wege für die Ausbildung junger Menschen sind angesagt“, sagte Stephanie Odenwald, für Berufliche Bildung verantwortliches GEW-Vorstandsmitglied. „Ausbildungsverbünde, außerbetriebliche Ausbildungsstätten bei Trägern und berufsbildende Schulen müssen gemeinsam ein ausreichendes Angebot an Lehrstellen sichern.“

Die GEW schätzt die Vorteile des „dualen Systems“. Dieses nehme aber nur noch etwa jeden zweiten Bewerber auf. Ungeachtet der Erfolgsmeldungen des „Paktes für Ausbildung“ landeten nach wie vor hunderttausende Jugendliche nach Abschluss der allgemeinbildenden Schule im Übergangssystem. Weiterhin sei das Angebot an Ausbildungsplätzen zu niedrig. Das Prinzip der Dualität, die Verbindung von Theorie und Praxis, könne auch in anderen Lernort-Kombinationen genutzt werden, sagte Odenwald: „Die Dualisierung der Ausbildung kann so gestaltet werden, dass ein Teil der Jugendlichen in einer berufsbildenden Schule einen ‚richtigen’ Ausbildungsvertrag abschließt und in einer drei- oder dreieinhalb-jährigen Ausbildungszeit eine bzw. mehrere praktische Phasen in einem Unternehmen durchläuft. Die Betriebe werden auf jeden Fall für eine gute Ausbildung gebraucht und sollten für neue Wege offen sein.“

„Ziel ist, allen Jugendlichen eine Ausbildung zu garantieren und nachhaltige Strukturen zu schaffen“, unterstrich GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne. Er erinnerte daran, dass die Petition „Grundrecht auf Ausbildung“, für die mehrere Organisationen – so auch die GEW – 72.500 Unterschriften gesammelt hatten, im April in Berlin an Abgeordnete des Bundestages übergeben worden ist. „Der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung hat wieder gezeigt, dass Menschen ohne Ausbildung am ehesten vom Arbeitsmarkt ausgegrenzt werden und einem hohen Armutsrisiko ausgesetzt sind. Ausgrenzung schafft viele Probleme für die Gesellschaft. Ausbildung schafft Perspektiven: Das sind wir der Jugend schuldig!“, betonte der GEW-Vorsitzende.

Info: Am „Tag des Ausbildungsplatzes“ der BA werben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Agenturen für Arbeit und der Arbeitsgemeinschaften zur Betreuung der Arbeitslosengeld II-Bezieher bundesweit mit gezielten Aktionen für Ausbildungsplätze.

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