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11.10.2012

GEW: „Mädchen- und Frauenrechte ins Zentrum der Entwicklungspolitik stellen“

Bildungsgewerkschaft zum ersten Welt-Mädchentag

Frankfurt a.M. – "Der erste Welt-Mädchentag der Vereinten Nationen ist ein wichtiges Signal auch an die Bundesregierung, in ihrer Entwicklungspolitik die Bildung und Ausbildung von Mädchen stärker in den Mittelpunkt zu stellen“, stellte Anne Jenter, für Frauenpolitik verantwortliches Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), am Donnerstag fest.

Weltweit seien Mädchen beim Zugang zur Gesundheitsversorgung, Bildung und zum Arbeitsmarkt benachteiligt. Noch immer werde insbesondere Mädchen das universale Menschenrecht auf Bildung verwehrt. In Guinea Bissau würden beispielsweise 53 Prozent der Jungen, aber nur 37 Prozent der Mädchen eingeschult. In Pakistan besuchten 74 Prozent der Jungen die Grundschule, aber nur 57 Prozent der Mädchen. In Niger und Tansania gingen weniger als zehn Prozent der Mädchen zu einer weiterführenden Schule. "Weltweit besuchen rund 75 Millionen Mädchen keine Schule. Die meisten sog. Entwicklungsländer investieren weniger als fünf Prozent ihres Staatshaushalts in den Bildungsbereich", betonte Jenter. "Der deutschen Entwicklungszusammenarbeit unter Dirk Niebel (FDP) fehlt es an einer klaren Prioritätensetzung für Mädchen- und Frauenrechte." So müsse etwa bei Schulhausbau-Förderprogrammen für sog. Entwicklungsländer strikt auf nach Mädchen und Jungen getrennte Toiletten geachtet werden. "Sonst schicken die Eltern die Mädchen nicht in die Schule", erläuterte die GEW-Sprecherin.

Frauen seien die Trägerinnen einer positiven Entwicklung in den ärmsten Ländern der Welt. Deshalb müssten Mädchen von Anfang an Bildungsangebote nutzen können. "Nur so kann der Grundstein für ein besseres, gesundes und selbstbestimmtes Leben gelegt werden", unterstrich Jenter. "Der Welt-Mädchentag gibt den Mädchen die Stimme, um künftig ein gleichberechtigtes Leben zu führen."

Info: Der Deutsche Bundestag hatte im September 2011 auf Initiative der SPD-Bundestagsfraktion einen fraktionsübergreifenden Antrag beschlossen, der die Bundesregierung aufforderte, sich bei den Vereinigten Nationen für einen Weltmädchentag einzusetzen. Der Weltmädchentag der UN findet nun am 11. Oktober 2012 zum ersten Mal statt. Zusammen mit „Plan International“ wird er in Deutschland umgesetzt. Die Organisation macht sich unter dem Motto „Because I am a Girl“ seit 2003 weltweit für die Umsetzung der Rechte von Mädchen stark, wie sie in der Kinderrechtskonvention der UN von 1989 festgelegt sind.

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