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09.05.2011

GEW: „Lehrkräfte sollen sich nicht mit Technik rumschlagen müssen“

Bildungsgewerkschaft zu BITKOM-Studie über Medieneinsatz an Schulen

Frankfurt a.M. – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstützt die heute veröffentlichten Forderungen des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM). „Vor allem bei der Fortbildung und beim Support von Schulen und Lehrkräften liegt noch einiges im Argen“, bestätigte Marianne Demmer, stellvertretende Vorsitzende der GEW. Auch fehle weiterhin ein medienpädagogisches Gesamtkonzept und eine bundesweite Strategie der Bundesländer.

„Lehrkräfte sollen sich nicht mit Technik rumschlagen müssen“, kritisierte Demmer die derzeitigen Missstände. Die Kollegen seien vielmehr für die Erreichung von Bildungszielen und deren didaktische Umsetzung zuständig und genau dort müsse Fortbildung ansetzen. „Da gibt es bundesweit große Lücken in Aus- und Fortbildung“, betonte die Schulexpertin der GEW. Die Lehrerausbildung an Hochschulen bezeichnete sie weiterhin als eine „medienpädagogische Wüste“.

„Endlich wird bestätigt, dass Lehrer keine Technikverweigerer sind“, kommentierte Demmer die BITKOM-Studie. Nach Ansicht der GEW sind nahezu alle Lehrer vertraut mit dem Computer und nutzen ihn für ihre Unterrichtsvorbereitung. Für einen sinnvollen Einsatz im Unterricht müssten jedoch auch berufs- und fachspezifische sowie mediendidaktische Fragen geklärt sein. „Bei der Computernutzung in Schulen ist Deutschland daher international abgehängt“, resümierte Demmer mit Blick auf weitere Untersuchungen zum Beispiel der OECD und der Initiative D21.

Die Ausstattung der Schulen ist aus Sicht der GEW unzulänglich und nicht flexibel genug. Computer-Arbeitsplätze für Lehrkräfte suche man außerdem an vielen Schulen vergeblich. „Allerdings warne ich davor, dass derlei Investitionen zu Lasten anderer wichtiger Dinge wie Ganztagsschulen oder Lernmittelfreiheit gehen“, sagte die Schulexpertin der GEW. Die zusätzlichen Mittel für Hardware und Netzwerke aufzubringen, könne auch eine gemeinsame Aufgabe von Bund, Ländern und Kommunen sein, schlug Demmer vor.

Info:
Die GEW unterstützt die Initiative „Keine Bildung ohne Medien!“. Das gleichlautende „Medienpädagogische Manifest“ der Initiative haben hunderte von Verbänden und Menschen aus Wissenschaft, Medienpädagogik, Medienpraxis und verschiedenen Bildungsbereichen unterzeichnet.

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