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06.03.2009

GEW: „Keine Taschenspielertricks mit der Schulabschluss-Statistik – benachteiligte Jugendliche brauchen wirksame Hilfe“

KMK-Tagung: Bildungsgewerkschaft zur Aufwertung des Sonderschul- zu einem „regulären Schulabschluss“

Frankfurt am Main/Stralsund - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat die Kultusministerkonferenz (KMK) davor gewarnt, die Schulabschluss-Statistik mit Taschenspielertricks zu schönen. „Junge Menschen, die in der Schule vom Scheitern bedroht sind, brauchen wirksame Hilfe und keine Aufwertung der Sonderschulabschlüsse“, sagte Marianne Demmer, für Schule verantwortliches GEW-Vorstandsmitglied, heute mit Blick auf den Vorstoß des KMK-Präsidenten Henry Tesch (CDU). „Die Zahl der Schulabbrecher und –abgänger ohne Hauptschulabschluss auf Kosten behinderter Menschen aufzupolieren, ist ein Skandal“, sagte Demmer. Deutschland hatte sich in der Vergangenheit mehrfach verpflichtet, diese Quoten zu verringern, um europaweit vereinbarte Ziele zu erreichen – bis heute ohne positive Effekte.

„Junge Menschen benötigen keinen Abschluss, der noch niedriger als der Hauptschulabschluss angesiedelt ist. Bereits der Hauptschulabschluss findet in Wirtschaft und Gesellschaft immer weniger Akzeptanz“, betonte Demmer.

„Mit der Aufwertung des Sonderschulabschlusses wird die selektive Schulstruktur in Deutschland weiter zementiert. Wir empfehlen der KMK, sich entsprechend der jüngsten UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung auf den Weg zu einem inklusivem Bildungs- und Schulsystem zu machen. In der Sekundarstufe I müssen alle jungen Menschen gemeinsam unterrichtet werden. Folgerichtig steht am Ende der Pflichtschulzeit ein einheitlicher Schulabschluss“, unterstrich Demmer.

Der „Handlungsrahmen zur Reduzierung der Zahl der Schülerinnen und Schüler ohne Schulabschluss – Sicherung der Anschlüsse – Verringerung der Zahl der Ausbildungsabbrecher“, den die KMK im Oktober 2007 beschlossen hat, sei bislang über das Stadium einer „wohlfeilen Absichtserklärung“ nicht hinaus gekommen. „Wir fordern die KMK auf, endlich Nägel mit Köpfen zu machen und in einem ersten Schritt zumindest über die geplanten Maßnahmen zu informieren“, sagte Demmer.

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