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09.12.2008

GEW: „Kein Grund für Jubel-Arien“

Bildungsgewerkschaft zu TIMSS – deutsche Schüler hinken in Mathe und Naturwissenschaften hinterher

Frankfurt/Berlin - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht - anders als bei der Lesekompetenz - die deutschen Viertklässler bei Mathematik und Naturwissenschaften nicht an der Weltspitze. Auch wenn die Rangplätze bei Lesen und Mathematik gleich seien, sagte die GEW-Vize Marianne Demmer, sei der Abstand zu den Spitzenländern fast dreimal so groß wie bei der Lesekompetenz. Wenn die Kultusminister auch hier die Weltspitze im Blick hätten, sei noch einiges zu tun. Demmer bekräftigte, dass in Deutschland eine „große Schulreform“ auf die Tagesordnung gehöre.

Die Grundschulen legten alles in allem ein gutes Fundament, auf dem aber im Laufe der Sekundarstufe I nicht konsequent aufgebaut werde. „Die unsinnig frühe Aufteilung der Zehnjährigen auf unterschiedlich anspruchsvolle Schulformen muss aufgegeben werden. Die Kinder und Jugendlichen müssen bis zum Ende der Pflichtschulzeit miteinander und voneinander lernen können und individuell gefördert werden“, sagte Demmer. In diesem Zusammenhang warf sie die Frage auf, was die Kultusministerkonferenz (KMK) damit bezwecke, dass die sozial ungerechten Übergangsempfehlungen erst im Frühjahr unter Ausschluss der Öffentlichkeit in einer wissenschaftlichen Publikation thematisiert werden sollen.

„Dieser große Makel unseres Schulsystems“, so die GEW-Expertin, „wird ja nicht dadurch kleiner, dass man ihn vor der Öffentlichkeit verbirgt.“ Die Auffassung des Kultusministers von Sachsen-Anhalt, .Jan-Hendrik Olbertz, die Förderung der Schwachen im Grundschulbereich gehe zu Lasten der Spitzengruppe, wies Demmer als „typisch konservativen Mythos“ zurück. Die Daten sprächen eine andere Sprache. Im Grundschulbereich könne sich auch die Spitzengruppe im europäischen Vergleich durchaus sehen lassen.

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