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PM vom 08.02.2011Frankfurt - Nach schwierigen Tarifverhandlungen hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit der Berlitz Deutschland GmbH zwei neue Tarifverträge abgeschlossen. Die GEW-Mitgliederbefragung ergab eine klare Zustimmung von über 75 Prozent. Damit ist der Weg frei: Die Tarifverträge können in Kraft treten.
„Mit dem Abschluss haben wir einen kompletten Kahlschlag verhindert“, kommentierte Ilse Schaad, Verhandlungsführerin der GEW. Dennoch sei das Ergebnis ein „hartes Brot für die Beschäftigten“. Sie kritisierte noch einmal die Unternehmensstrategie der Umwandlung von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen in Honorarverträge und kündigte an, dass die GEW weiterhin alles unternehmen wird, um diese Entwicklung zu stoppen.
Bei dem Kompromiss handelt es sich um einen tariflichen Sozialplan und einen veränderten Manteltarifvertrag. Die Zahl der Entlassungen wurde auf höchstens 20 betriebsbedingte Kündigungen begrenzt. Der bestehende Tarifvertrag zur betrieblichen Mitbestimmung und zum Kündigungsschutz bleibt erhalten. Der tarifliche Sozialplan enthält unter anderem einen besonderen Kündigungsschutz für langjährig Beschäftigte, sichert den von Kündigung bedrohten Beschäftigten eine hohe Abfindung zu und regelt Bedingungen für die Wiedereinstellung. Durch den neuen Manteltarifvertrag werden die Gehälter für ein Jahr abgesenkt.
Seit Sommer 2010 hatte die Geschäftsleitung der Berlitz Sprachschulen Druck auf die Beschäftigten ausgeübt und angesichts sinkender Umsätze mit zahlreichen Entlassungen und der Schließung ganzer Standorte gedroht. Ziel der Geschäftsleitung war aber nicht die Überwindung eines aktuellen Engpasses, sondern eine dauerhafte Umstrukturierung von mehrheitlich fest angestellten Lehrkräften hin zu Honorarkräften. Seit Oktober verhandelte die GEW mit dem Ziel, Entlassungen zu verhindern, ohne die bestehenden tariflichen Standards preiszugeben.