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05.06.2008

GEW: „KMK muss Beiratspapier als Handlungsanleitung nutzen“

Bildungsgewerkschaft sieht sich in Kritik und Anregungen nach PISA bestätigt

Frankfurt a.M. – „Die Kultusministerkonferenz (KMK) täte gut daran, die Stellungsnahme ihres wissenschaftlichen Beirats zu den PISA- und IGLU-Ergebnissen, an der renommierte Bildungsforscher mitgeschrieben haben, als Handlungsanleitung zu nutzen. Die GEW sieht sich in vielen Kritikpunkten und Anregungen zu Korrekturen in der Bildungspolitik, die sie nach den durch PISA aufgedeckten Schwachstellen des Schulsystems gegeben hat, bestätigt“, sagte Marianne Demmer, für Schule verantwortliches Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), heute in Frankfurt a.M..

Zentrales Problem sei weiterhin die enge Kopplung von Bildungschancen und sozialer Herkunft. „Die individuelle Förderung der Kinder muss so früh wie möglich ansetzen: in den Kitas und Grundschulen. Zu Recht weisen die Forscher darauf hin, dass sich in der Grundschule erkennbare Probleme in der SEK I dramatisch verschärften und eine zielgerichtete, schnell greifende Unterstützung der sog. ‚Risikoschüler’ notwendig sei“, betonte Demmer. „Wir brauchen jedoch auch strukturelle Veränderungen des Schulsystems: weg von der Auslese, hin zur individuellen Förderung der Kinder und Jugendlichen in der ‚einen Schule für alle’!“ Auch die Forscher hätten eine „unvoreingenommene Analyse“ der Auswirkungen der Schulstruktur empfohlen.

„Wir brauchen eine gesamtstaatliche Strategie und Verantwortung auch für das Schulwesen, damit sich die bereits vorhandenen regionalen Unterschiede nicht noch weiter verstärken“, verlangte die GEW-Sprecherin. Sie wies darauf hin, dass auch der Beirat eine gesamtstaatliche Verantwortung im föderalen System für eine abgestimmte Handlungsstrategie als Möglichkeit in Erwägung ziehe.

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