04.07.2008

GEW: „Gute Lehre ist ein Job für Profis“

Bildungsgewerkschaft legt Positionspapier zur Hochschullehre vor

Frankfurt a.M. - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat eine „Qualitätsoffensive für gute Hochschullehre“ gefordert. „Gute Lehre ist ein Job für Profis. Wer exzellente Forschung betreibt, macht nicht automatisch gute Lehre“, erklärte das für Hochschulen verantwortliche GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller. Noch vor den Empfehlungen des Wissenschaftsrats hat die Bildungsgewerkschaft ein eigenes Positionspapier zur Lehre an Hochschulen beschlossen.

Hochschullehrerinnen und -lehrer sollten Kompetenzen in der Lehre systematisch erwerben. Und: Sie sollten diese bei Berufungen auf eine Professur auch nachweisen. Keller unterstrich die institutionelle Verantwortung der Hochschulen: „Die Lehre ist eine der Hauptaufgaben der Hochschulen.“ Sie muss zum Dreh- und Angelpunkt von Personalentwicklung und Qualitätsmanagement werden.

„Die Bildungsgewerkschaft setzt sich für eine Lehre ein, die Studierende und ihren Kompetenzerwerb in den Mittelpunkt stellt“, sagte Keller. In Reformprojekten sollten innovative Lehr- und Lernformen gefördert werden. „Eine an den Studierenden orientierte Lehre lässt sich nicht mit den Methoden des 19. Jahrhunderts verwirklichen. Das ‚Sender-Empfänger-Format’ der traditionellen Vorlesung“, so Keller, „ist bereits seit Erfindung der Buchdruckerkunst überholt“.

Keller schlug vor - analog zur Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) - ,eine Deutsche Lehrgemeinschaft im Verbund von Hochschulen, Lehrenden und Studierenden zu gründen, finanziert durch Bund und Länder. „Bei der Vergabe von Drittmitteln für die Lehre sollen die Studierenden als Experten für die Lehre ein halbparitätisches Mitbestimmungsrecht haben“, betonte der GEW-Hochschulexperte.


Info: Der Wissenschaftsrat, ein offizielles Beratungsgremium von Bund und Ländern, wird seine Empfehlungen zur Hochschullehre am 7. Juli der Öffentlichkeit vorstellen.


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