
/ Presse
/ Presse-Serviceseite
/ Archiv der Pressemitteilungen
/ 2009
/ August
PM vom 03.08.2009Frankfurt a.M. – "Die Angleichung der Lehrerausbildung und -bezahlung auf dem Niveau der Gymnasiallehrer ist seit 40 Jahren überfällig." Mit diesen Worten kommentierte Marianne Demmer, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) den Vorstoß der Grünen, die Lehrergehälter anzugleichen und die Sozial- und Erzieherberufe finanziell deutlich aufzuwerten. Das völlig veraltete und ungerechte Bezahlungssystem ist nach Ansicht der GEW das Ergebnis des traditionellen Schulsystems in Deutschland mit seiner Bevorzugung des Gymnasiums. "Die Bedeutung einer guten Bildung für alle Altersgruppen ist deshalb jahrzehntelang völlig unterschätzt worden", so die GEW-Vize. Die Einkommensunterschiede zwischen den verschiedenen Lehrergruppen ist in Deutschland beträchtlich: Zwischen verbeamteten Hauptschul- und Gymnasiallehrern besteht z.B. beim Anfangsgrundgehalt eine Differenz von ungefähr 500 Euro, die sich bis zum Erreichen der Höchstgrenze auf zirka 1000 Euro vergrößert.
Die einheitliche Bezahlung aller Lehrkräfte ist die Kernforderung, mit der die GEW in die im September beginnenden Tarifverhandlungen startet. Die GEW begrüßt in diesem Zusammenhang die politische Unterstützung durch die Grünen. „Es muss endlich Schluss sein mit einem Bezahlungssystem nach dem Motto ‚Kleine Kinder – kleines Gehalt – große Kinder - großes Gehalt“ sagte Ilse Schaad, Tarifexpertin der GEW und Verhandlungsführerin in den in Kürze beginnenden Tarifverhandlungen. Die Lehrkräfte seien die einzige große Beschäftigtengruppe im öffentlichen Dienst, für die es noch nie einen Tarifvertrag über ihre Bezahlung abgeschlossen worden sei, kritisierte Schaad. Seit 1961 habe es immer nur Arbeitgeberrichtlinien gegeben, die einseitig diktiert wurden. „Damit ist jetzt Schluss“, so die Tarifexpertin, „die GEW wird als die Verhandlungsführerin mit allem Nachdruck auf eine Vereinheitlichung der Bezahlung drängen.“
Hintergrund:
Auf einer tarifpolitischen Strategiekonferenz wurden die Grundforderungen, mit der die GEW in die Verhandlung gehen wird, diskutiert.