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PM vom 31.03.2011Frankfurt a. M. - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) verlangt von der Bundesregierung eine kostendeckende Finanzierung der Integrationskurse. „Niedrigsthonorare ab acht Euro, die in Deutschland gezahlt werden, sind ein Skandal“, sagte Stephanie Odenwald, für Weiterbildung verantwortliches GEW-Vorstandsmitglied, am Donnerstag in Frankfurt a.M. Sie forderte, das Honorar für Lehrkräfte, die in Integrationskursen arbeiten, auf mindestens 30 Euro pro Unterrichtseinheit anzuheben und diese fest einzustellen. Odenwald wies auf die prekäre soziale Lage dieser Lehrkräfte hin.
Grund für die schlechten Honorare sei der Festbetrag von 2,35 Euro pro Unterrichtsstunde und Teilnehmer, die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zahlt. Dieser Satz verhindere, dass die Träger angemessene Honorare anbieten. „Die Bundesregierung muss endlich nachsteuern“, betonte Odenwald mit Blick auf Aussagen des Bundesinnenministers Hans-Peter Friedrich (CSU), der den Trägern die Verantwortung für die niedrigen Honorare zugeschoben hatte: „Wir brauchen eine Lösung des Problems und kein Schwarze-Peter-Spiel.“
Info: Etwa 12000 Lehrkräfte arbeiten in Integrationskursen, die ein wesentlicher Bestandteil aktiver Integrationspolitik sind. Hier lernen erwachsene Migrantinnen und Migranten die deutsche Sprache und können sich Kenntnisse über das gesellschaftliche Leben in Deutschland aneignen. Der Erfolg der Kurse ist ganz wesentlich den Lehrkräften und den Kursträgern zu verdanken, die sich vielfach über das wirtschaftlich vertretbare Maß hinaus engagiert haben. Dieses Engagement stößt schon lange an seine Grenzen. Die Situation ist seit Beginn der Integrationskurse (2005) von mangelnder Planungssicherheit für die Kursträger und notorischer Unterbezahlung der gut qualifizierten Lehrkräfte gekennzeichnet.