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11.04.2011

GEW: „Bildung statt Kinderarbeit!“

Bildungsgewerkschaft gründet Stiftung „Fair Childhood“/Weltweit sind rund 220 Millionen Kinder gezwungen zu arbeiten

Berlin – „Kinder haben ein Recht auf Bildung. 220 Millionen Mädchen und Jungen wird dieses Grundrecht weltweit verwehrt: Sie müssen arbeiten, um für ihren Unterhalt zu sorgen. Häufig haben sie noch nie eine Bildungseinrichtung von innen gesehen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) will einen Beitrag leisten, Kinder aus ihrer Knechtschaft zu befreien und ihnen den Besuch einer Bildungseinrichtung zu ermöglichen. Dafür hat die Bildungsgewerkschaft u.a. die Stiftung ‚Fair Childhood’ gegründet“, sagte GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne am Montag während einer Pressekonferenz in Berlin.

Er machte auf die dramatische Situation der Kinder aufmerksam. Allein 115 Millionen schufteten in sogenannten „gefährlichen Beschäftigungsverhältnissen“. „Kinder arbeiten in Steinbrüchen, Minen, auf Baumwollplantagen, ernten Kaffee- und Kakaobohnen. Sie werden gnadenlos von skrupellosen Unternehmern ausgebeutet. Diese Kinder setzen tagtäglich ihre Gesundheit, ja sogar ihr Leben aufs Spiel“, betonte der GEW-Vorsitzende. Die Mädchen und Jungen hätten keine Chance, aus dem Teufelskreis von Hunger, Armut und Bildungsarmut auszubrechen, wenn sie keine Hilfe und Unterstützung bekommen.

„Bildung statt Kinderarbeit“ lautet deshalb das Motto der Initiative, die die GEW jetzt startet. Die Aktion, erläuterte Thöne, habe zwei Standbeine. In den Entwicklungsländern sollten Kinderarbeit beseitigt und gleichzeitig Bildungsangebote auf- und ausgebaut werden. In Deutschland wolle die GEW mehr Menschen für das Thema sensibilisieren und es vor allem in die Bildungseinrichtungen tragen. „Wir wollen ein stärkeres Problembewusstsein schaffen und Veränderungen des Konsumverhaltens anstoßen, um Druck auf die produzierenden Unternehmen auszuüben. Dieser Prozess beginnt in den Kindertagesstätten und Schulen unseres Landes“, sagte Thöne.

Mit dem ersten Projekt wolle die Stiftung „Fair Childhood“ rund 100 Mädchen von den Baumwollfeldern Indiens herunterholen und in Schulen bringen, kündigte der GEW-Vorsitzende an. Mehr als 160.000 Kinder arbeiteten auf den Plantagen im Südosten Indiens. „Sie ackern für 50 Cent am Tag - von der Morgendämmerung bis in den Abend. Sie werden als Schuldknechte gehalten, oft hunderte Kilometer von ihren Familien entfernt“, sagte Thöne.

Info: Die Stiftung „Fair Childhood“ wird von der Stiftung „Kinderfonds“, einer rechtsfähigen öffentlichen Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in München, verwaltet. Das Bildungs- und Förderungswerk (BFW) der GEW fördert und unterstützt „Fair Childhood“. Mitglieder des Stiftungsvorstands sind GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne, die nordbadische GEW-Bezirksvorsitzende Hildegard Klenk und der ehemalige Chefredakteur der GEW-Bundeszeitung „Erziehung und Wissenschaft“, Steffen Welzel.

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