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03.05.2010

GEW: „Aussitzen gilt nicht!“

Erster Warnstreik- und Aktionstag für Lehrertarifvertrag in den Ländern: über 600 Teilnehmer

Frankfurt a.M./Stuttgart/Leipzig/Schwerin - Unter dem Motto „Aussitzen gilt nicht!“ haben sich am Montag über 600 angestellte Lehrkräfte am ersten Warnstreiktag der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der dbb Tarifunion beteiligt. Die Lehrerinnen und Lehrer fordern einen Tarifvertrag, der ihr Gehalt regelt, sowie eine einheitliche und bessere Bezahlung. Sie äußerten ihren Unmut über die Verschleppungsstrategie der Arbeitgeber bei den Verhandlungen über eine Länder-Entgeltordnung (L-ego) für angestellte Lehrkräfte. „Seit 50 Jahren werden Lehrkräfte nach Arbeitgeberrichtlinien ohne Beteiligung der Gewerkschaften eingruppiert. Das muss beendet werden“, betonte GEW-Verhandlungsführerin Ilse Schaad.

„Die GEW akzeptiert nicht länger, dass in Baden-Württemberg 10.000 und bundesweit mehr als 200.000 Lehrkräfte an staatlichen Schulen keinen Tarifvertrag haben, der ihre Eingruppierung regelt. Angestellte Lehrkräfte haben im Monat mindestens 600 Euro weniger auf ihrem Konto als Beamte“, sagte Doro Moritz, Vorsitzende der GEW Baden-Württemberg, in Stuttgart. An einer symbolischen Aktion auf dem Schlossplatz der Landeshauptstadt beteiligten sich 50 Lehrkräfte. Am Dienstag sind die angestellten Lehrerinnen und Lehrer zu einem landesweiten Warnstreik aufgerufen.

Die sächsische GEW-Vorsitzende Sabine Gerold hat den Freistaat aufgefordert, seine Blockadehaltung in den Tarifverhandlungen zur Entgeltordnung endlich aufzugeben. Der Lehrerberuf müsse auch in Sachsen endlich wieder Vollzeitberuf werden: „Die Landesregierung darf junge und ältere Lehrkräfte nicht länger gegeneinander ausspielen!“ Dem Kundgebungsaufruf von GEW und dbb Tarifunion sind in Leipzig rund 500 Lehrkräfte aller Schularten gefolgt.

„Die Weigerung der Arbeitgeber, zu einer Lösung der Eingruppierungsprobleme für angestellte Lehrkräfte zu kommen, ist ein Armutszeugnis. Die Arbeitgeber wollen ihr einseitiges Bestimmungsrecht nicht aufgeben und beschwören den ‚bewährten Gleichklang’ zwischen Angestellten und Beamten. Dieser ‚Gleichklang’ muss allen Angestellten beim Blick auf den Gehaltszettel jeden Monat auf's Neue wie ein Schlag ins Gesicht vorkommen“, sagte Annett Lindner, Vorsitzende der GEW Mecklenburg-Vorpommern, in Schwerin vor 100 Kolleginnen und Kollegen.

Info: Nachdem die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) nach fünf Verhandlungsrunden über eine Länder-Entgeltordnung für Lehrkräfte am vergangenen Mittwoch die Kernforderungen der Gewerkschaften zurückgewiesen hatte, haben GEW und dbb Tarifunion die angestellten Lehrkräfte vom 3. bis 6. Mai zu ersten Warnstreiks und Aktionen aufgerufen. Die GEW hat in der L-ego-Runde für Lehrkräfte die Verhandlungsführerschaft. In Deutschland gibt es gut 200.000 angestellte Lehrkräfte.


Links

GEW-Internetportal zur Länderentgeltordnung (L-ego)


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