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PM vom 10.08.2008Frankfurt a.M./Berlin – Als ein „Arbeitsmarktinstrument mit Tücken“ hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) den von der Bundesregierung geplanten Ausbildungsbonus bezeichnet. „Der Ausbildungsbonus muss zielgerichtet die jungen Menschen erreichen, die sonst keine Chancen auf einen Ausbildungsplatz haben – und nur die. Hier muss noch nachgebessert werden“, verlangte GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne heute mit Blick auf die Plenumssitzung im Bundestag.
Zugleich machte er zudem eine „professionelle Begleitung“ der jungen Menschen vor und während ihrer Ausbildung an. „Wir müssen dafür sorgen, dass die richtigen Betriebe mit den jungen Menschen zusammengebracht werden – und diese eine so gute Unterstützung erhalten, dass sie ihre Ausbildung erfolgreich beenden können“, sagte Thöne. Auch dies sei durch den vorliegenden Gesetzentwurf noch nicht abgesichert.
„Keine Frage: Der Ausbildungsbonus belohnt insbesondere Unternehmen, die sich in der Vergangenheit aus der Verantwortung, junge Menschen auszubilden, gestohlen haben. Wenn es tatsächlich gelingt, für 90.000 Bewerberinnen und Bewerber qualifizierte Ausbildungsplätze zu schaffen und ihnen damit eine Lebensperspektive zu geben, ist jedoch viel gewonnen. Der Gefahr, dass wieder einmal viele Millionen Euro die Kassen der Betriebe füllen, ohne nachhaltig Wirkung zu entfalten, muss ein Riegel vorgeschoben werden“, unterstrich der GEW-Vorsitzende. Er machte noch einmal deutlich, dass es einer strukturellen Veränderung des Dualen Systems bedürfe, um die seit Jahren andauernde Ausbildungsplatzkatastrophe in den Griff zu bekommen: „Das Duale System muss um außerbetriebliche Ausbildungsplätze ergänzt werden, zum Beispiel an Schulen. Nur so können wir allen Jugendlichen einen sicheren Übergang von der Schule in die Ausbildung ohne frustrierende Warteschleifen ermöglichen“, sagte der GEW-Vorsitzende.