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GEW-BilanzDie bildungspolitisch Verantwortlichen sind gut beraten, die Resultate ohne Scheuklappen zur Kenntnis zu nehmen und endlich wirksame Konsequenzen zu ziehen. Die „Fortschritte“, die Deutschland seit dem PISA-Schock 2001 gemacht hat, sind so kümmerlich, dass sie den Kultusministern eigentlich die Schamröte ins Gesicht treiben müssten. Denn hinter den nackten statistischen Daten verbergen sich viele Einzelschicksale junger Menschen. Sechs Jahre sind verstrichen, in denen die Bundesrepublik fast ein Viertel der Jugendlichen eines jeden Jahrgangs mit völlig unzureichenden Deutsch- und Mathematik-Kompetenzen in ihren Lebens- und Berufsweg entlassen hat, kurz: den jungen Menschen ihre Zukunftschancen bereits mit dem Abgang von der Schule auf ein Minimum gestutzt hat - und bisher gibt es keine Aussicht auf schnelle Besserung: Die Gesellschaft wird auf absehbare Zeit noch weitere „Lost Generations“ ins Leben schicken, wenn das Steuer jetzt nicht herumgerissen wird.
Dabei sind sich (fast) alle Experten in Diagnose und Therapie einig: Entscheidend für das relativ schlechte Abschneiden deutscher Schülerinnen und Schüler ist die frühe Auslese der Kinder nach der vierten Klasse. Internationale Fachleute und GEW sind sicher, dass das Zusammenspiel aus dem Ausbau der frühkindlichen Bildung, einem längeren gemeinsamen Lernen aller Kinder, verstärkter individueller Förderung, mehr Ganzstagsangeboten, einer grundlegenden Reform der Lehrerausbildung und zusätzlichen Fortbildungsangeboten sowie einer besseren materiellen und personellen Ausstattung des Bildungswesens in kurzer Zeit signifikante Zuwächse in der Leistungsfähigkeit deutscher Schüler bringen werden. Es gibt also viel zu tun!
Die wichtigsten PISA-Ergebnisse auf einen Blick: