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21.01.2010

Finanzkrise bedroht Milleniumziele

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Die UNESCO warnt davor, dass die Finanzkrise die Verwirklichung des Milleniumziels des Rechts auf Bildung für alle bedroht. Noch immer bleiben 72 Millionen Kinder vom Schulbesuch ausgeschlossen.

Die GEW und die Bildungsinternationale unterstützen die UNESCO in ihrem dringenden Aufruf an die internationale Staatengemeinschaft, nachhaltig in Bildung zu investieren, um auch den marginalisierten und ärmsten Bevölkerungsgruppen weltweit das Recht auf Bildung zu garantieren. In ihrem Jahresbericht über die Verwirklichung des Ziels „Bildung für alle“ warnen unabhängige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass die Weltwirtschaftskrise die Fortschritte gefährdet, die im vergangenen Jahrzehnt erzielt worden sind, seit die Staats- und Regierungschefs 2000 in der UN-Vollversammlung die Millenniumsziele beschlossen haben. Der aktuelle Weltbildungsbericht „Bildung für alle 2010" unter dem Titel „Die Marginalisierten erreichen“ ist am 19. Januar bei den Vereinten Nationen in New York vorgestellt worden.

Während die reichen Länder Unsummen ausgeben, um das Finanzsystem zu stabilisieren, versäumen sie es, auf die Bedürfnisse der 1,4 Mrd. Menschen zu reagieren, die mit weniger als 1,25 Dollar pro Tag überleben müssen. „Die Weltwirtschaft wird sich letztlich von der globalen Rezession erholen. Aber die Krise könnte eine verlorene Generation von Kindern in den ärmsten Ländern der Welt schaffen, deren Lebenschancen gefährdet sind, weil man es versäumt hat, ihr Recht auf Bildung zu sichern“, warnt der Bericht. „Die Bildung ist in der Tat in hohem Maße gefährdet“, so der Generalsekretär der Bildungsinternationale (BI), Fred van Leeuwen. „Die Wirtschaftskrise in Verbindung mit der Nahrungskrise stößt weitere Millionen in größere Armut, die die Familien zu schmerzhaften Entscheidungen zwischen Ernährung, Gesundheit und Bildung zwingt.“

Auch der GEW-Vorsitzende Ulrich Thöne kritisiert das mangelnde Engagement der Bundesregierung bei der Verwirklichung der Milleniumsziele: "Ohne wirksame Hilfe wird es eine Ausweitung der Kinderarbeit geben, da die Familien um ihr Überleben kämpfen. Die weit verbreitete Unterernährung der Menschen hat gravierende Konsequenzen, sogar für jene, die ihre Kinder weiter zur Schule schicken können." Der Bericht stellt fest, dass Hunger nicht nur Leben bedroht, sondern auch die kognitive Entwicklung der Kinder verzögert und damit ihre Lernfähigkeit beeinträchtigt. 72 Millionen Kindern, davon 54 Prozent Mädchen, wird immer noch das Grundrecht auf Bildung vorenthalten. Insbesondere Kinder; die mit HIV/AIDS infiziert sind, aus ethnischen oder sprachlichen Minderheitengruppen stammen, Behinderte sowie Mädchen und Jungen aus ländlichen Regionen gehören zu den Gruppen, die in der Bildung von Marginalisierung betroffen sind. „Wir müssen die Krise als Chance nutzen, um einen grundlegenden Wandel zu erreichen und gute Bildungssysteme zu schaffen, die alle einschließen“, fordert van Leeuwen. Die BI werde weiter gemeinsam mit der UNESCO und der Globalen Bildungskampagne zusammenarbeiten, um für höhere Investitionen in Bildung als zentrale Voraussetzung für die wirtschaftliche Erholung zu kämpfen.

Den Schlüssel zur Lösung stellen die Lehrerinnen und Lehrer dar: 1,9 Millionen zusätzliche Lehrerstellen würden benötigt, um den Bedarf an Grundschulbildung bis 2015 weltweit zu decken, stellt der Bericht fest. Die Autoren des Berichts rufen die Regierungen auf, für eine gerechte Verteilung der qualifizierten Lehrkräfte zu sorgen und finanzielle Unterstützung sowie Lernhilfen gezielt in benachteiligte Schulen zu leiten. „Die Eliten der Welt haben schon immer für eine gute Bildung ihrer Kinder gesorgt. Der tatsächliche Beweis unserer Humanität und unseres demokratischen Engagements ist jedoch die Qualität der Bildung, die wir den Armen, den Menschen mit Behinderungen, Minderheiten, Flüchtlingen – kurz, den Marginalisierten unserer Gesellschaften zukommen lassen“, sagte van Leeuwen. „Die BI fordert insbesondere die G20-Regierungen dringend auf, den Handlungsempfehlungen des Berichts zu folgen. Er zeigt den Weg in eine gerechtere Welt, in der jedes Kind das in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankerte Grundrecht auf Bildung besitzt.“

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