Europäischer Qualifikationsrahmen

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Mobilität im europäischen Arbeitsmarkt durch Transparenz und Vergleichbarkeit von Qualifikationen zu fördern: Dies ist das Ziel des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) und seiner acht Niveaustufen, die sowohl schulische und berufliche wie auch Hochschulbildung umfassen.

Die EU-Kommission hat im Jahr 2006 einen Vorschlag für die Einrichtung eines "Europäischen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen" (EQR) vorgelegt. Dem haben die Bildungsminister der EU und das Europäische Parlament zugestimmt.

Acht Referenzniveaus

Der EQR umfasst allgemeine Bildung, berufliche Aus- und Weiterbildung sowie akademische Bildung. Den Kern des EQR bilden acht Referenzniveaus, mit denen Lernergebnisse beschrieben werden. Dabei will der EQR berufliche Qualifikationen nicht mehr über Lernwege und Abschlüsse, sondern über die Ergebnisse von Lernprozessen feststellen. Auch nichtformal erworbene Qualifikationen sollen berücksichtigt werden

Umsetzung in nationale Qualifikationsrahmen

Der EQR sieht vor, dass die Mitgliedsstaaten ihre nationalen Qualifikationssysteme bis 2010 an den EQR anpassen und nationale Qualifikationsrahmen entwickeln sollen. Bis spätestens 2012 soll auf allen Zeugnissen oder anderen Qualifikationsnachweisen vermerkt sein, welchem der acht festgelegten Referenzniveaus die erworbenen Qualifikationen zuzuordnen sind.

Paradigmenwechsel

Zweifelsohne läutet der EQR in Deutschland einen Paradigmenwechsel ein: von einem zertifikatsorientierten hin zu einem kompetenz- bzw. outcome-orientierten Bildungssystem. Die Gewerkschaften befürchten, dass künftig der Stellenwert von Rahmenbedingungen, Konzept und Gestaltung der Ausbildung aus dem Blick gerät. Es besteht die Gefahr einer stärkeren Aufsplitterung von Bildungs- und Ausbildungswegen.

Gefahr der Modularisierung

Aus Sicht der Gewerkschaften ist es notwendig, darauf zu achten, dass keine öffentliche Regelung zu Gunsten von marktgesteuerten Bildungs- und Zertifizierungsorganisationen aufgegeben wird. Die Berufsausbildung im dualen System darf nicht durch einen Zerfall in kleinere Lerneinheiten (Units) und Module ersetzt werden. Es könnte sonst zu einer Erosion von Beruf und „Beruflichkeit“ kommen, die sich auch auf Entlohnungssysteme und Arbeitsinhalte negativ auswirkt.

Transparenz und Durchlässigkeit

Dennoch erwartet die GEW auch positive Effekte von EQR und NQR. Dazu gehört vor allem, dass durch größere Transparenz der Bildungsinhalte und -abschlüsse grenzüberschreitende Bildungs- und Arbeitsmobilität in Europa gestärkt werden. Außerdem besteht die Chance, die seit vielen Jahren von den Gewerkschaften geforderte Durchlässigkeit in den Bildungssystemen auch in Deutschland zu realisieren.

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