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EinführungDie Bildungsgewerkschaft GEW setzt sich dafür ein, dass Bedingungen geschaffen werden, die es Menschen in den unterschiedlichsten Situationen und mit den unterschiedlichsten Hintergründen ermöglicht, eine erfolgreiche Promotion durchzuführen. Die Projektgruppe DoktorandInnen, in der Menschen in verschiedenen Lebenssituationen und Promotionsphasen zusammenarbeiten, hat sich u.a. zum Ziel gesetzt, auf die vielfältigen Missstände bei den Promotionsbedingungen aufmerksam zu machen. Wir als GewerkschafterInnen kritisieren beispielsweise, dass die oft intransparenten Auswahlverfahren bei Stellenbesetzungen gerechter gestaltet werden müssen.
Bei der Überlegung, ob eine Promotion das Richtige für die eigene Lebens- und Berufsplanung ist, gibt es eine Menge verschiedener Aspekte zu bedenken. Der Doktortitel verspricht scheinbar ganz allgemein die Verbesserung der beruflichen Karriere, eine Erhöhung der sozialen Anerkennung und damit auch die Steigerung gesellschaftlicher Einflussmöglichkeiten. Ohne dass es dabei offen ausgesprochen wird, steht hinter dieser ungebrochenen Karrierevorstellung oft das neoliberale Bild von jungen, dynamischen, ungebundenen, flexiblen und mobilen MitzwanzigerInnen als Leistungsträger der deutschen Wirtschaft und Wissenschaft. Diese Vorstellung ist aber eher ein projiziertes Wunschbild, denn ein getreues Abbild der realen Gegebenheiten. Die GEW verschließt nicht die Augen vor den realen Bedingungen an Universitäten und Forschungseinrichtungen, sondern benennt die Probleme, denen junge WissenschaftlerInnen in dieser wichtigen Phase ihrer Forschungstätigkeit begegnen. Die GEW erarbeitet Veränderungsstrategien.
Bis die Doktorarbeit geschrieben und veröffentlich ist, vergehen in Deutschland durchschnittlich fünf bis sechs Jahre. Alle, die promovieren wollen, insbesondere aber diejenigen, die familiär gebunden sind oder durch andere Handicaps bei der Planung einer Promotion behindert werden, sollten sich nicht nur mit den formalen Zulassungskriterien (Studienabschlüsse, Güte des Forschungsvorhabens, Einbindung in Fachkultur und Netzwerke etc.) beschäftigen, sondern auch persönliche Bedingungen, Interessen und Voraussetzungen einbeziehen und kritisch überdenken. Mit dem Wissen über potentielle Schwierigkeiten und Hürden, die sich aus den formalen Voraussetzungskriterien und der persönlichen Lebensgestaltung ergeben, lassen sich frühzeitig Lösungs- und Bewältigungsstrategien für eine gelingende Promotionsphase entwickeln.
Mit der Link- und Positionssammlung zum Themenbereich „Persönliche und formale Voraussetzungen des Promovierens“ wollen wir auf Informationstexte, Positionspapiere, Fallbeispiele und Regelwerke verweisen. Promotionswillige und Promovierende erhalten hier Anregungen, Denkanstöße und Hilfestellungen bei der Promotionsplanung. Den unterschiedlichen Lebenssituationen und Vorraussetzungen wird dabei Rechnung getragen.