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12.12.2008

Deutsche Kitas sind nur Mittelmaß

Laut einer jetzt veröffentlichten UNICEF-Studie erfüllt Deutschland bei der Frühförderung von Kindern lediglich fünf von zehn Mindeststandards, die die Kinderhilfsorganisation als Kriterien für gute Betreuung zugrunde gelegt hat.

Lediglich Schweden erfüllt laut Studie als einziges von 25 untersuchten Industrieländern alle zehn von UNICEF formulierten Mindeststandards, gefolgt von den anderen skandinavischen Ländern und Frankreich mit neun bzw. acht erreichten Zielen.

Deutschland bietet mit fünf erfüllten Kriterien eine lediglich mittelmäßige Betreuungsqualität. Bemängelt werden unter anderem fehlende Betreuungsplätze für unter Dreijährige - vor allem in Westdeutschland (für rund zehn Prozent der Kleinkinder statt wie gefordert 33 Prozent) und zu geringe Ausgaben für frühkindliche Bildung und Förderung (in Deutschland gerade mal 0,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), international angestrebt wird mindestens ein Prozent).

Auch in Bezug auf die Kinderarmut steht Deutschland schlecht da. Die maximale Kinderarmutsrate eines Industrielandes sollte laut UNICEF zehn Prozent betragen. In der Bundesrepublik müssen jedoch rund 15 Prozent der Kinder von weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens leben.

Als wichtige Kriterien für die Qualität der Betreuung und Förderung legt die Kinderhilfsorganisation den Ausbildungsstand und Status der Mitarbeiter, die Bezahlung und den Personalschlüssel zugrunde. Diesbezüglich liegt in der Bundesrepublik einiges im Argen.

Norbert Hocke, Leiter des GEW-Vorstandsbereichs Jugendhilfe und Sozialarbeit, fordert mit Blick auf die in Kürze beginnenden Gespräche zwischen den Gewerkschaften ver.di und GEW und den kommunalen Arbeitgebern über die Eingruppierung von Erzieherinnen deutliche Verbesserungen. „Die Einkommen sind nicht mit den gestiegenen Anforderungen gewachsen. Im Gegenteil: Mit der Umstellung des Tarifsystems mussten Erzieherinnen 2005 empfindliche Einbußen hinnehmen. Die nach dem neuen System bezahlten Erzieherinnen kleben in ihrer Gehaltsgruppe fest. Korrekturen sind dringend notwendig. Gesellschaftliche Anerkennung der Leistung von Erzieherinnen muss sich auch in der Bezahlung widerspiegeln", so Hocke.

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