
Ein Bildungsbuch ist nicht nur einfach ein Produkt, eine Mappe, die dem Kind am Ende seiner Kindergartenzeit mitgegeben wird. Viel wesentlicher erscheint der Prozess der Erstellung der Mappen bzw. Ordner, der durch vielfältige Interaktionen zwischen Kind und Erzieherin gekennzeichnet ist. Bildungsbuch-Arbeit ist eine pädagogische Tätigkeit mit unterschiedlichen Kommunikations- und Verständigungsprozessen in einem Klima von Respekt und Wertschätzung. Sie ist ein Weg zur gemeinsamen Konstruktion von Weltverständnis, zum Austausch über Bedeutungen, zu einem ganzheitlichen Bildungsverständnis.
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Ausgangspunkt und Zentrum der Bildungsbucharbeit ist das Kind. Sein Tätigsein, seine Erlebnisse, seine Erfahrungen liefern den „Stoff“ für das Bildungsbuch des Kindes.
Einen Einblick in die Lernwelt des Kindes erhält man vor allem dann, wenn das Kind bei selbst gewählten Aktivitäten, z. B. dem Spiel, beobachtet wird, dann ist das Kind „Herr“ der Situation, bestimmt die Ausrichtung und den Weg. Äußerungen des Kindes, wie „Guck mal, was ich hier mache“, zeigen den Wunsch des Kindes nach Beachtung, aber vielleicht auch nach Dokumentation des Gezeigten auf.
Die Erzieherin nimmt die Tätigkeiten des Kindes in ihr Blickfeld. Sie beobachtet das Kind mit einer achtenden und forschenden Haltung. Im Sinn von Schäfer (2005, S. 166) geht es dabei um „Vielperspektivität“: Die Erzieherin ist bereit, möglichst vieles wahrzunehmen, was das Kind indirekt oder direkt über sich, seine Erlebnisse und Gedanken mitteilt. Sie taucht als Beobachterin mit Empathie in das Geschehen ein und ist bemüht, den Sinn des kindlichen Tuns zu entschlüsseln. Durch die Beobachtung erfährt das Erleben des Kindes Wertschätzung und Beachtung.