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24.05.2007

DJI berechnet Platzbedarf für unter dreijährige Kinder

Thomas Rauschenbach, Birgit Riedel und Matthias Schilling haben Bedarfsszenarien für unter Dreijährige berechnet. Ihr Fazit: Die vorliegenden Szenarien lassen bei aller Unterschiedlichkeit im Detail vier Gemeinsamkeiten erkennen.
  • Erstens wird deutlich, dass das Ausmaß des Bedarfs an zusätzlichen Plätzen – vor allem, aber nicht nur – in Westdeutschland nach allen Berechnungen weit über das hinausgeht, was durch die Fortschreibung der gegenwärtigen Entwicklungen zu erwarten wäre.
  • Zweitens ist die Ausbaudynamik der letzten Jahre zwischen 2002 und 2006 geringer ausgefallen als erhofft, so dass selbst bei dem (geringsten) Ausbauziel des TAG (17%) die jährlichen Zuwachsraten erhöht werden müssen, wenn dieses Ziel erreicht werden soll.
  • Drittens gehen alle weiteren Szenarien inzwischen mehr oder weniger deutlich über dieses Zwischenziel hinaus, so dass sich im Falle der Umsetzung weiterer politischer Entscheidungs- und Gestaltungsbedarf ergibt. Von alleine sind die ambitionierten Ziele jedenfalls nicht zu erreichen.
  • Viertens lassen die verschiedenen Berechnungen erkennen, dass diese sich zwar in den Begründungen und Berechnungswegen unterscheiden, nicht so sehr jedoch in den Größenordnungen und Zielen. Insoweit dürften sich die Szenarien eines nachfrageinduzierten Ausbaus und eines auf Elternwünschen basierenden Szenarios im Endeffekt relativ nahe kommen.

In bundesweitem Maßstab erfordert ein jährlicher Platzzuwachs in diesen Größenordnungen – egal, nach welchem Modell – nicht nur kurzfristig erhebliche Investitionen in den Neu- und Ausbau von Kindertageseinrichtungen sowie die Gewinnung und Ausbildung des zusätzlichen Personals für die Tageseinrichtungen und die Tagespflege, sondern stellt zugleich eine bislang
beispiellose Herausforderung im Hinblick auf die logistische Gestaltung dieses Ausbauprojektes für die Politik dar. Hinzu kommen die bislang ungeklärten Fragen der Finanzierung. Ein Projekt von solch großer nationaler Tragweite wie der Ausbau der Kindertageseinrichtungen für unter Dreijährige kann nur bewältigt werden, wenn er von allen Beteiligten – von der kommunalen Ebene bis zur Bundesebene – als gemeinsame Aufgabe begriffen und entschlossen angegangen wird.

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