Tarifrunden und Fußballspiele haben eines gemeinsam: die nächste Runde ist immer die schwerste. In beiden Fällen muss man sich Ziele
stecken und man darf nicht aufgeben, wenn es nicht beim ersten Mal klappt. Das gilt für die Tarifrunde 2011 in besonderem Maße. Seit der Ablösung des Bundesangestelltentarifvertrags (BAT) versuchen die Gewerkschaften endlich auch eine Entgeltordnung für Lehrkräfte durchzusetzen. Im Grundsatz wurde eine tarifliche Eingruppierungsregelung bereits 2006 vereinbart. Nach massiven Streiks angestellter Lehrkräfte 2009 musste die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) eine konkrete Verhandlungszusage machen – auch für den Bereich angestellter Lehrkräfte an Schulen und Hochschulen. Wer nun dachte, die TdL würde zügig und zielorientiert verhandeln, sah sich getäuscht. Nach zähem Verhandlungsmarathon ist klar: ohne massiven Streikdruck werden wir unsere Ziele nicht erreichen.
Die Verantwortung der GEW für das Tarifergebnis hatte sich bereits in der letzten Länder-Tarifrunde 2009 gezeigt. Die Streiks in der Tarifauseinandersetzung waren maßgeblich von den Lehrerinnen und Lehrern getragen worden. Besonders deutlich war dies in den neuen Bundesländern. Die Lehrkräfte sind die größte Beschäftigtengruppe im Landesdienst. Die GEW hat unter den Landesbeschäftigten die meisten Mitglieder, auch über den Schuldienst hinaus, an Hochschulen und Forschungseinrichtungen und im Sozial- und Erziehungsdienst der Länder. Und dass Streiks im Bildungsbereich in der Öffentlichkeit hohe Beachtung finden, wissen inzwischen auch die Arbeitgeber. Dies wird im kommenden Jahr nicht anders sein. Seit fast einem Jahr verhandeln die Gewerkschaften unter Federführung der GEW über eine Entgeltordnung für Lehrkräfte. Ein Abschluss ist außerhalb einer Tarifrunde nicht denkbar. Eine bessere Eingruppierung ist nicht kostenneutral, auch wenn die Horrorzahlen, die die Arbeitgeber in die Welt setzen, jeder rationalen Grundlage entbehren. Die angestellten Lehrerinnen und Lehrer haben deshalb in der kommenden Tarifrunde einen Grund mehr, sich aktiv und kämpferisch einzubringen. Die Entgeltordnung für Lehrkräfte steht auch im Zentrum dieser Broschüre.
Die GEW-Mitglieder sind aufgefordert, ab September 2010 alles zu tun, um in der Tarifrunde 2011 streikfähig zu sein. Es gibt 200.000
angestellte Lehrkräfte in den 16 Bundesländern. Nur die GEW vertritt deren Interessen. Deshalb müssen jetzt die Kolleginnen und Kollegen, die noch nicht Mitglied in der GEW sind, angesprochen und als Mitglieder gewonnen werden. Ohne massive Streiks wird es 2011 kein gutes Tarifergebnis geben.