Bologna-Prozess

Die Einrichtung von Bachelor- und Master-Studiengängen in Deutschland ist Ergebnis des Bologna-Prozesses zur Schaffung eines europäischen Hochschulraums, dessen Hauptziele die Förderung von Mobilität, internationaler Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigungsfähigkeit sind. Die GEW fordert einen Kurswechsel im Bologna-Prozess.
 

Im Juni 1999 unterzeichneten Vertreter aus 29 europäischen Ländern eine Erklärung zur Schaffung eines gemeinsamen europäischen Hochschulraums. Die Vorbereitung und Umsetzung dieser (unverbindlichen) Erklärung wird als Bologna-Prozess bezeichnet. Das augenfälligste Ergebnis des Bologna-Prozesses in Deutschland ist die Umstellung der Studiengänge auf das zweistufige Bachelor-/Master-Studiensystem.

Inzwischen sind 46 europäische Staaten am Bologna-Prozess beteiligt. Auf den alle zwei Jahre stattfindenden Ministertreffen (2001 in Prag, 2003 in Berlin, 2005 in Bergen, 2007 in London, 2009 in Leuven) legen sie offiziell fest, welche Ziele im Bologna-Prozess erreicht werden sollen. Gleichzeitig sind die Minister für die Umsetzung der verschiedenen Konzepte auf Länderebene verantwortlich.

Der Bologna-Prozess verfolgt drei Hauptziele: Der Förderung von Mobilität, von internationaler Wettbewerbsfähigkeit und von Beschäftigungsfähigkeit. Als Unterziele umfasst dies unter anderem:


  • Schaffung eines Systems leicht verständlicher und vergleichbarer Abschlüsse, auch durch die Einführung des Diplomzusatzes
  • Schaffung eines zweistufigen Systems von Studienabschlüssen (konsekutive Studiengänge, undergraduate/graduate, in Deutschland und Österreich als Bakkalaureus/Bachelor und Magister/Master umgesetzt),
  • Einführung eines Leistungspunktesystems, des European Credit Transfer System (ECTS)
  • Förderung der Mobilität durch Beseitigung von Mobilitätshemmnissen; dies meint nicht nur räumliche Mobilität, sondern auch kulturelle Kompetenzen und Mobilität zwischen Hochschulen und Bildungsgängen
  • Förderung der europäischen Zusammenarbeit bei der Qualitätsentwicklung
  • Förderung der europäischen Dimension in der Hochschulausbildung
  • lebenslanges bzw. lebensbegleitendes Lernen
  • studentische Beteiligung (Mitwirken an allen Entscheidungen und Initiativen auf allen Ebenen)
  • Förderung der Attraktivität des europäischen Hochschulraumes
  • Verzahnung des europäischen Hochschulraumes mit dem europäischen Forschungsraum, insbesondere durch die Eingliederung von Doktoratsstudien in den Bologna-Prozess

Die GEW unterstützt zwar die Ziele des Bologna-Prozesses, beklagt jedoch, dass deren Umsetzung in Deutschland nicht gut funktioniert. Sie kritisiert die hohe Arbeits- und Prüfungsbelastung in den neuen Studiengängen, die beschränkte Durchlässigkeit beim Übergang vom Bachelor zum Master sowie die mangelhafte Beteiligung und fehlende Betreuung der Studierenden. Deshalb fordert die GEW einen grundlegenden Kurswechsel im Bologna-Prozess.


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