26.08.2008

Bildungsmonitor erneut in die Kritik geraten

Das deutsche Bildungssystem hat sich leicht verbessert. Zu diesem Ergebnis kommt der "Bildungsmonitor 2008", den das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der von Arbeitgeberverbänden finanzierten Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) erstellte.

Als positiv bewerteten die Autoren den Zuwachs beim Fremdsprachenunterricht, die internationale Ausrichtung der Hochschulen und die Verkürzung der Schulzeit und Studium. Zudem habe der Professionalisierungsgrad des Personals in Kinder-Tageseinrichtungen zugenommen. Mängel attestierte man hingegen bei der Ganztagesbetreuung und der Ausbildung von Ingenieur-Nachwuchs. Gerade in den technischen und naturwissenschaftlichen Fächern fehlten Lehrer, die ihre Schüler für ein späteres Studium in diesem Bereich interessieren könnten.

Im direkten Ländervergleich landeten Sachsen und Baden-Württemberg auf den vorderen Plätzen, gefolgt von Thüringen und Bayern. Stark verbessert haben sich laut Angaben Niedersachsen, Sachsen-Anahlt und Thüringen. Besonders mit der Einführungen von Bachelor-Studiengängen konnten sie beim Bildungsmonitor punkten. Schlusslichter sind Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern.

GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne kritisierte die einseitige Ausrichtung der Studie an wirtschaftlichen Interessen: „Qualität von Schule und Unterricht kann man nicht allein an ihrem Beitrag zum Wirtschaftswachstum der Bundesrepublik messen.“ Er wies noch einmal darauf hin, dass der Lehrermangel von den Ländern selbst verschuldet sei: „Wer die (Einstiegs)Gehälter senkt, Fristverträge und Teilzeitarbeitsplätze anbietet, muss sich nicht wundern, wenn sich junge Menschen gegen den Lehrer- und Erzieherberuf entscheiden. Wir brauchen attraktive Arbeitsbedingungen. Nur so gewinnen wir junge Menschen für den schönen Beruf des Pädagogen.“

Die GEW hatte bereits 2006 die Aussagekraft des Bildungsmonitors bezweifelt und erhebliche methodische Schwächen festgestellt.

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