14.10.2008

AWO-Armutsstudie: Arme Kinder haben schlechte Bildungschancen

Jeder elfte Schüler bzw. Schülerin im Gymnasium ist arm, bei den Hauptschülern lebt jeder zweite in Armut. Armut ist der ursächliche Grund für schlechte Bildung. Von 100 Kindern, die bereits während ihrer Kindergartenzeit als arm galten, schaffen nach der Grundschule gerade einmal vier den Sprung aufs Gymnasium – bei nicht-armen Kindern sind es 30.

Das sind einige Ergebnisse der bislang einmaligen Langzeitstudie (1997- 2005) in Deutschland des Frankfurter Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS), die im Auftrag der Arbeiterwohlfahrt (AWO) zu den Folgen von Kinderarmut erstellt wurde. Basis der AWO-ISS-Studien sind quantitative und qualitative Erhebungen zu 500 Kindern, die 1999 erstmals als Sechsjährige und 2003/04 als Zehnjährige befragt und deren Entwicklung begleitet wurde.

„Armut bestimmt die Schullaufbahn und das Leben der Kinder“ sagte AWO-Bundesvorsitzender Wilhelm Schmidt zu den am 01. Dezember 2005 veröffentlichten Ergebnissen. „Die eigentliche Bildungsmisere in Deutschland hat ganz offensichtlich nichts mit Leistung zu tun, sondern zunächst einmal mit Chancen“.

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